Ärzte Zeitung, 15.06.2016

Glioblastom

Krankheitsverlauf lässt sich durch microRNAs leichter abschätzen

NEUHERBERG. Forscher haben eine neue Methode erarbeitet, um den Krankheitsverlauf von Glioblastomen nach der Standardtherapie vorherzusagen, heißt es in einer Mitteilung des Helmholtz Zentrum München. Vier miRNAs könnten demnach den entscheidenden Hinweis geben (Oncotarget 2016; online 11. Juni). Ein Patent wurde bereits beantragt.

Die Krebsforscher untersuchten die Zusammensetzung von miRNAs in Proben von 36 Patienten, denen im Zuge einer Behandlung Tumormaterial entfernt und deren weiterer Behandlungsverlauf gut dokumentiert worden war. "Vier miRNAs konnten wir immer wieder in Tumoren finden, die eine besonders schlechte Prognose hatten", wird Privatdozent Dr. Karim-Maximilian Niyazi, Erstautor der Studie, zitiert.

Risikoscore und Lebenserwartung festgestellt

Anhand ihrer Daten berechneten die Forscher einen Risikoscore, der zwei Patientengruppen unterscheidet, deren Lebenserwartung sich bei Standardtherapie um circa fünf Monate unterschied, heißt es weiter. Um ihre Ergebnisse zu untermauern, verwendeten sie die Daten von weiteren 58 unabhängigen Proben. Auch hier stellten sie fest, dass sich die Zusammensetzung der miRNAs veränderte, je schlechter die Aussicht auf Therapieerfolg war.

"Unsere Methode könnte dazu dienen, Kandidaten für alternative beziehungsweise intensivierte Therapiemöglichkeiten zu identifizieren, da Patienten mit einem hohen Risikoscore sehr wahrscheinlich nicht von einer Standardtherapie profitieren werden", so Studienleiter Dr. Kristian Unger. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »