Ärzte Zeitung, 08.01.2014

Clostridien

Screening per Hundenase

MÜNCHEN. Die im Alltag eher unangenehme Vorliebe von Hunden, an Kothaufen zu schnuppern, kann Klinikpatienten äußerst nützlich sein.

Wie Professor Gerd Fätkenheuer, Köln, auf dem Internisten-Update berichtete, haben Forscher Hunde eingesetzt, um Infektionen mit dem Darmerreger Clostridium difficile aufzuspüren.

Nach einem Training lieferte Beagle Cliff sensationelle Ergebnisse: Mit einer Sensitivität von satten 100% erschnüffelte er den Erreger im Stuhl, auch bei negativen Proben täuschte es sich kein einziges Mal.

Das Screening per Hundenase war auch ohne Stuhlprobe sehr erfolgreich: Allein durch Schnüffeln am Patienten entdeckte Cliff 25 von 30 Fällen, die mit Clostridien besiedelt waren; dies entspricht einer Sensitivität von 83%; bei den 270 gesunden Kontrollen lag er zu 98% richtig.

Dass Menschen ihm seinen Spezialistenrang streitig machen, muss der Vierbeiner nicht fürchten: Krankenschwestern, die angaben, den Erreger im Stuhl erschnuppern zu können, versagten in einer US-Studie. (eo)

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