Ärzte Zeitung, 30.09.2011

Gallensteine: Bei Kindern sind Koliken selten

MÜNCHEN (MUC/eb). Bilirubinsteine sind - im Gegensatz zu Erwachsenen - bei Kindern mit 70 Prozent die häufigsten Gallensteine; Cholesterinsteine machen etwa 20 Prozent, gemischte Steine etwa 9 Prozent aus.

Dabei würden Bilirubinsteine meist durch hämolytische Erkrankungen ausgelöst, berichtete Professor Thomas Lang aus Starnberg beim von der Falk Foundation unterstützten Pädiater-Forum Gastroenterologie 2011 in München.

Auch Hyperkalziämie sei ein Risikofaktor. Cholesterinsteine entstehen bei Mukoviszidose sowie im Rahmen familiärer Belastung und durch Adipositas. Gemischte Steine sind oft bei Cholestase und Cholangitis zu beobachten.

Trotz Gallensteine seien viele betroffene Kinder symptomfrei, hieß es bei der Veranstaltung in München. Liegen überhaupt Beschwerden vor, so sind sie oft unspezifisch; die bei Erwachsenen typische Koliken treten nur bei älteren Kindern auf.

Cholestase-Laborparameter fallen oft nur bei gemischten Steinen pathologisch aus. Diagnostik der Wahl ist die Sonografie. Bei Verdacht auf intrahepatisch lokalisierte Konkremente helfen Magnetresonanz-Cholangiopankreatikografie oder endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikografie weiter - mit der Option zur Behandlung.

Therapie der Wahl bei symptomatischen Gallensteinen ist die laparoskopische Cholezystektomie. Bei solitären kleineren (‹ 5 mm) Cholesterinsteinen bietet sich ein Lyseversuch mit Ursodeoxycholsäure an.

Im Fall von Gallengangssteinen kommen die ERCP mit Papillotomie oder transhepatischer Steinextraktion sowie die laparoskopische Gallengangsrevision in Frage.

Bei der akuten steinbedingten Cholezystitis sind eine antibiotische Therapie sowie die Entfernung der Gallenblase innerhalb weniger Tage notwendig.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Einige Frauen sind besonders dufte

Für Männer-Nasen riechen einige Frauen besser als andere. Das hängt mit der Fortpflanzung zusammen, berichten Forscher aus der Schweiz. mehr »

Mysterium Blasenschmerz-Syndrom

Bis zu 60 Mal am Tag auf die Toilette: Die interstitielle Zystitis, auch Blasenschmerz-Syndrom genannt, ist wenig bekannt. Die deutschen Urologen haben nun erstmals Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie herausgebracht. mehr »