Misshandlungen formen offenbar das Hirn dauerhaft

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NEU-ISENBURG (eis). Misshandlungen im frühen Kindesalter können offenbar permanent die Reaktionen des Gehirns auf Stress verändern. Das zumindest legen Ergebnisse einer kanadischen Studie nahe.

Die Forscher haben Hirngewebe von Selbstmordopfern miteinander verglichen (Nature Neuroscience online). Zwölf der Opfer hatten eine Vorgeschichte von Misshandlung in der frühen Kindheit und weitere zwölf nicht. Bei den Misshandlungsopfern waren im Vergleich in bestimmten Hirnregionen deutlich weniger Glucocorticoid-Rezeptoren ausgebildet, die an der Verarbeitung von Stress beteiligt sind. Konsequenz könnte eine abnormal erhöhte Reaktion auf Stress sein.

Die Daten legen nahe, dass frühkindliche Erfahrungen während der Hirnentwicklung dauerhaft die Stressantwort eines Menschen formen können, so die Forscher. Dies sei ein weiterer Beleg dafür, dass Umweltfaktoren die Ausprägung von Genen verändern, was als Epigenetik bezeichnet wird. Solche epigenetischen Veränderungen seien potenziell reversibel und ein Ansatz, künftige Therapien zu erforschen.

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