Direkt zum Inhaltsbereich

Experten: Burnout schon im Job vorbeugen

BERLIN (dpa). Menschen mit psychischen Belastungen muss nach Ansicht von Ärzten deutlich früher als bisher geholfen werden.

Veröffentlicht:

Jeder vierte Mensch in Deutschland erkranke binnen eines Jahres an Depressionen, Ängsten oder körperlichen Beschwerden ohne Befund - und viele müssten Monate auf Hilfe warten.

Vor allem am Arbeitsplatz nehmen die Probleme zu, warnen Experten der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM).

Sie sehen wachsenden Bedarf vor allem in der ambulanten Versorgung. Fachärzte, Betriebe und Kassen müssten dazu enger zusammenarbeiten.

Frühzeitig, am besten bereits am Arbeitsplatz, sollten Betroffene Beratung und Hilfe bekommen, forderten die Experten am Donnerstag in Berlin. Auch Vertreter von Krankenkassen und Unternehmen unterstützten dies.

Professor Harald Gündel (Uniklinik Ulm) berichtete von erfolgreichen Erfahrungen mit psychosomatischen Sprechstunden in Betrieben.

Wartezeiten schrecken ab

"Nur 7,5 Prozent der Ratsuchenden erhielten keine Diagnose, bei den übrigen entsprach das Diagnosespektrum dem einer psychosomatischen Ambulanz. Dazu gehören affektive Störungen, Angst- und Anpassungsstörungen."

Bei der Hälfte der Betroffenen hatten die psychischen Belastungen vor allem arbeitsbezogene Ursachen. Auf die Beratungsgespräche folgte bei Bedarf eine Kurzzeittherapie mit zehn Sitzungen. Betriebs- und Fachärzte arbeiteten dabei Hand in Hand.

Positiv bewertete Gündel, dass die Intervention auf diese Weise so früh einsetzte, dass die Beschwerden noch nicht chronisch waren und dass sich mit 75 Prozent auch überdurchschnittlich viele Männer Hilfe suchten.

Die oft monatelangen Wartezeiten bei niedergelassenen Therapeuten hingegen schreckten viele Betroffene ab, sich dort Hilfe zu holen. Auch sei das Angebot für Laien häufig kaum überschaubar.

"Lange Wartezeiten verschlimmern die Erkrankung. Die Sprechstunde im Betrieb ist ein geeignetes Modell für eine bessere Erreichbarkeit psychotherapeutischer Hilfe", sagte DGPM-Vorsitzender Professor Wolfgang Senf von der Uniklinik Duisburg/Essen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Ungewöhnliche Studie

Konsequente Blutdrucksenkung – ein Ansatz zur Demenzprävention

Fehlzeiten-Report 2026

Psychiaterin zu Fehlzeiten: „Gute Arbeit ist Teil der Lösung“

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband
Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© Cardisio

Cardisio

Cardisiographie mit LVEF-Erkennung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Abb. 1: Ofatumumab-Konzentrationen in der Muttermilchh

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Flexiblere Familienplanung durch kürzere Kontrazeptionszeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikopatienten identifizieren

Osteoporose: So verhindern Sie die (nächste) Fraktur

Lesetipps
Group of people over vintage colors background smiling with hands on chest with closed eyes and grateful gesture on face. Health concept.

© Krakenimages.com / stock.adobe.com

Diskriminierung

Rassismus in der Hausarztpraxis: Warum Hinschauen die Versorgung verbessert

Schematische Darstellung der Lunge mit Bakterienbesiedlung.

© Working Moments / stock.adobe.com

Mikrobiomforschung

Atemwegs-Dysbiose befeuert Lungenerkrankungen