Ärzte Zeitung, 21.04.2010

Mit Klontechnik gegen mitochondriale Krankheiten

NEWCASTLE (ple). Britische Forscher haben eine - in Deutschland verbotene - Methode erprobt, mit der sich künftig mitochondriale Krankheiten möglicherweise verhindern lassen. Mutationen in den Mitochondrien führen bei solchen Krankheiten etwa zu Muskelerkrankungen. Wie die Wissenschaftler um Professor Douglass M. Turnbull berichten, übertrugen sie in ihren In-vitro-Versuchen die Vorkerne von menschlichen Eizellen kurz nach der Befruchtung in jeweils eine andere befruchtete Eizelle, aus der zuvor die Vorkerne entfernt wurden (Nature online). Die Vorkerne enthalten das Erbgut eines Spermiums und der Eizelle. Mit Hilfe verfeinerter Techniken gelang es den Forschern, mit maximal zwei Prozent nur sehr wenig mitochondriale DNA während der Übertragung der Vorkerne zu verschleppen. Das wäre dann auch der Fall, wenn die Zygoten, denen die Vorkerne entnommen werden, von einer Patientin mit mitochondrialer Erkrankung stammen würden und die Empfänger-Eizelle von einer gesunden Frau.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Obwohl er querschnittsgelähmt ist, konnte ein Mann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »