Ärzte Zeitung App, 14.01.2014

Kommentar

Nutzlose Meniskus-Op?

Einen Teil der Meniskusoperationen kann man sich sparen, wie eine aktuelle Studie ergeben hat.

Thomas Müller

Es sind Nachrichten, die Patienten und Krankenkassen sicher gerne hören: Einen Teil der Meniskusoperationen kann man sich sparen - zumindest solche, bei denen der Knorpel im Kniegelenk verschleißbedingt zu reißen beginnt.

Nach einem Jahr geht es den Patienten mit einer Teilresektion nicht besser als solchen, die den gerissenen Meniskus behalten durften.

Das konnten finnische Forscher nun in einer kontrollierten Studie klar zeigen und machen damit auch Hoffnungen zunichte, dass die arthroskopische Teilresektion wenigstens noch bei Patienten ohne Kniegelenksarthrose etwas bringt. Zuvor hatte eine Studie bereits keinerlei Nutzen bei Patienten mit einer Arthrose ergeben.

Um mögliche Kritikpunkte bereits im Vorfeld auszuräumen, hatten die Ärzte der finnischen Studie in der Kontrollgruppe sogar eine Scheinoperation vorgenommen - der Nutzen des Eingriffs scheint daher lediglich auf dem Placeboeffekt zu beruhen.

Die Arbeit zeigt erneut, wie wichtig kontrollierte Studien auch in der Chirurgie sind: Nicht immer lässt sich aus theoretischen Überlegungen ein klinischer Nutzen ableiten. Natürlich sind für eine abschließende Beurteilung Langzeitergebnisse nötig. Die wird es dank solcher Studien in wenigen Jahren geben, und darauf darf man gespannt sein.

Lesen Sie dazu auch:
Meniskusruptur: Nutzlose Op bei Degeneration

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Galenus-Gala 2018 – Das sind die Gewinner

Was zeichnet innovative Arzneimittelforschung aus? Vier Medikamente und eine Forschergruppe erhalten den Galenus-von-Pergamon-Preis 2018. Für beispielhaftes soziales Engagement wurde zudem der CharityAward verliehen. mehr »

Spahn kritisiert Stimmungsmache der Ärzte

Die Ärzte sind verärgert über Spahns Versorgungsgesetz. Der Gesundheitsminister stellt gegenüber der "Ärzte Zeitung" irritiert klar: Die KBV hat am Gesetz mitgearbeitet. mehr »

Glücklich und zufrieden mit dem Job

Ärzte und Psychotherapeuten arbeiten gerne in ihrem Beruf und würden ihn wieder ergreifen. Der Ärztemonitor zeigt auch: So viele Ärzte wie nie zuvor sind zufrieden mit der wirtschaftlichen Situation. mehr »