Ärzte Zeitung, 24.06.2014

Oxytocin

"Kuschelhormon" bremst auch den Muskelabbau

BERKELEY. Das "Kuschelhormon" Oxytocin, das bei Menschen persönliche Bindungen stärkt, bremst bei Mäusen den altersbedingten Muskelabbau und hilft bei der Regeneration.

Das Hormon Oxytocin macht Männer treuer, baut Stress ab. spielt eine wichtige Rolle bei der Geburt, beeinflusst aber auch das Verhalten zwischen Mutter und Kind und soziale Interaktionen. Wie laborwelt.de berichtet, injizierten Forscher der University of California, Berkeley, in ihrer Studie Mäusesenioren Oxytocin und jungen Nagern einen Wirkstoff, der das Hormon hemmt (Nature Communications 2014, online 10. Juni).

Anschließend verabreichten sie ein Gift, das den Herzmuskel attackiert. Die Hemmung des Oxytocin-Signals in jungen Tieren reduzierte die Muskelregeneration. Die Gabe des Hormons würde hingegen die Regeneration bei Alt- und Jungtieren rapide verbessern, indem es die Teilung gealterter Muskelstammzellen aktiviert.

Zudem konnten die Zellbiologen zeigen: Fehlt den Nagern der Signalstoff aufgrund eines genetischen Defektes, führt das zu frühzeitigem Muskelschwund.

Nun wollen die Studienautoren herausfinden, inwiefern sich ihre Kenntnisse für neue Behandlungsansätze bei Muskelschwäche und -schwund nutzen lassen können. Denn eine erfolgreiche Therapie existiert bisher nicht. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Schützt Blutdrucksenkung auch vor Demenz?

Bei medikamentöser antihypertensiver Therapie war in einer US-Studie das Demenzrisiko deutlich reduziert. Das könnte eine Hoffnung für Demenz-Patienten sein. mehr »

"Keine Angst, man schläft nicht in der Praxis!"

Zwei Mediziner mit eigener Praxis berichten Jungärzten offen von Licht und Schatten der Niederlassung. mehr »

Mit Herzschwäche auf Reisen - So geht's

Meer oder Berge? Auto oder Flugzeug? Solche Fragen stellen sich für herzinsuffiziente Patienten, wenn sie ihre Urlaubsreise planen. Ärzte sind dann als kompetenter Ratgeber gefragt. mehr »