Ärzte Zeitung, 14.12.2007

Bisphosphonat mit Potenzial für eine hohe Compliance

Ibandronat als Monatstablette oder Dreimonatsspritze / Frakturrisiko stark vermindert

MÜNCHEN (sir). Ibandronat als Monatstablette oder Dreimonatsspritze könnte die Compliance bei Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose erhöhen: Die Substanz muss nur relativ selten angewandt werden, ist insgesamt recht gut verträglich und außerdem sehr wirksam.

Beratung einer alten Patientin. Ein Kollege demonstriert einer Osteoprose-Patientin ein Modell einer Wirbelsäule.

Foto: Klaro

"Eine hohe Compliance erreicht man am ehesten durch eine wirksame und gut verträgliche Medikation und eine engagierte Patientenführung", betont Professor Dieter Felsenberg aus Berlin.

In der Therapie von Osteoporose-Patienten biete Ibandronat (Bonviva®) dafür gute Voraussetzungen: Neun von zehn Patientinnen sprechen gut auf die Behandlung an. Und das Risiko für Wirbelfrakturen mit Ibandronat sei bei Frauen in der Postmenopause in Studien um 62 Prozent geringer gewesen als mit Placebo, erinnerte der Osteologe.

Zwei Darreichungsformen stehen zur Wahl

Außerdem sei Ibandronat in zwei verschiedenen Darreichungsformen verfügbar: als Monatstablette oder als vierteljährliche Injektion. Damit könnten die Präferenzen und die subjektiven Voraussetzungen der Patientinnen wie zum Beispiel ein empfindlicher Magen stärker berücksichtigt werden, so Felsenberg auf einer Veranstaltung der Unternehmen GlaxoSmithKline und Roche Pharma.

Der Osteoporose-Experte lobte die insgesamt gute Verträglichkeit des Bisphosphonates: Die Rate von unerwünschten Ereignissen an den Nieren sei mit dem Bisphosphonat besonders niedrig. Es liege praktisch auf Placeboniveau, sagte Felsenberg. Dies könnte an der hohen Proteinbindung des Wirkstoffes und der relativ kurzen Gewebehalbwertzeit von Ibandronat liegen. Auch die kardiale Verträglichkeit des Bisphosphonates sei für beide Darreichungsformen gut.

Kardiovaskuläre Ereignisse kommen selten vor

Felsenberg: "In der DIVA× -Studie traten unerwünschte kardiale Ereignisse bei fünf Prozent der Patientinnen mit zweimonatlicher intravenöser Therapie und bei drei Prozent in den anderen Studiengruppen auf."

Das Problem der Compliance der Patienten sei besonders gut bei der Therapie mit der Dreimonatsspritze in den Griff zu bekommen, so Felsenberg:

"Dann sieht ein Arzt seine Patientinnen wenigstens einmal im Vierteljahr; er kann den Behandlungserfolg kontrollieren und die Patientin an die Einhaltung wichtiger Therapiemaßnahmen erinnern."

×Das Akronym DIVA bedeutet: Dosing IntraVenous Administration Study

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »