Ärzte Zeitung, 10.06.2005

Reicht bei manchen Gicht-Kranken intermittierende Therapie?

Bei Harnsäure-Spiegeln unter 5 mg/dl kann die Therapie offenbar unterbrochen werden / Neue Gicht-Schübe sind dann relativ selten

WIEN (kat/mal). Gicht-Kranken wird eine dauerhafte, die Harnsäure senkende Therapie empfohlen. Ein - ja nicht nur bei diesen Patienten - wohl bekanntes Problem ist dabei die langfristige Compliance der Patienten. Eine von Kollegen aus Spanien jetzt beim Rheumatologen-Kongreß in Wien vorgestellte Studie legt nahe, daß bei vielen Gicht-Patienten auch eine intermittierende Therapie reichen könnte.

Gichtanfall am Großzeh. Der Anfall liegt schon einige Tage zurück. Fotos (2): K. Krüger, B. Manger, Merckle Rheumatol. visuell, 3. Aufl.

Destruktion des Großzehengrundgelenks bei einem Patienten mit chronischer Gichtarthropathie.

Diese könnte von den Patienten besser akzeptiert werden als eine Dauertherapie und so zu einer besseren Compliance führen, hoffen die Kollegen um Dr. Fernando Perez-Ruiz aus Baracaldo.

In ihrer prospektiven Studie haben sie dokumentiert, was bei Gicht-Patienten passiert, die nach mindestens fünfjähriger Therapie mit Harnsäure-Spiegeln unter 7 mg/ dl (Mittelwert) die Therapie abbrechen. Für die Gesamtheit der Studienteilnehmer hatte der Harnsäure-Spiegel vor Therapie im Mittel 8,7 mg/dl betragen, unter Therapie 4,8 mg/dl und nach Therapie-Abbruch 9,1 mg/dl.

Innerhalb der folgenden fünf Jahre hatten 34 der 85 Studienteilnehmer einen neuen monoartikulären Gicht-Schub bekommen. Von allen untersuchten Parametern erwiesen sich dabei nur zwei als signifikante und voneinander unabhängige Prädiktoren für einen neuen Schub: der mittlere Harnsäure-Spiegel unter Therapie sowie der mittlere Harnsäure-Spiegel nach Absetzen der Therapie.

So hatten etwa Patienten mit eher hohen Harnsäure-Spiegeln (im Mittel über 5 mg/dl während der Behandlung und über 8,8 mg / dl nach Therapie-Ende) schon nach 24 Monaten (Median) erneut Symptome, Patienten mit eher niedrigen Harnsäure-Spiegeln (unter 5 mg/dl während sowie unter 8,8 mg/dl nach Therapie) aber erst nach 53 Monaten.

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