Direkt zum Inhaltsbereich

Zwei Drittel der Patienten mit Rheumatoider Arthritis haben zu geringe Vitamin-D-Spiegel

Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) haben häufig einen Vitamin-D-Mangel. Das ist schlecht für die Gelenke und auch das Herz.

Von Michael Hubert Veröffentlicht:

Ein Mangel an Vitamin D kann tödliche Folgen haben: Sowohl die kardiovaskuläre als auch die Gesamtsterberate ist verdoppelt. Das ergab eine Studie, die Professor Klaus Krüger aus München beim Rheuma Update vorgestellt hat. Verglichen wurden dabei die Sterberaten von Patienten der Quartile mit dem höchsten 25-OH-Vitamin-D-Spiegel mit jenen von Patienten aus der untersten Quartile.

Bedeutsam sind diese Ergebnisse auch für Ärzte, die Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) betreuen. "70 Prozent dieser Patienten haben einen Mangel an Vitamin D", sagte der Rheumatologe in Wiesbaden. "Jeder Vierte mit RA hat sogar einen extremen Mangel." Die Serumwerte liegen dann unter 10  ng/ml. Krüger hat dazu selbst eine kleine Studie mit 89 seiner RA-Patienten gemacht. Nur knapp jeder Dritte hatte danach einen normalen Vitamin-D-Spiegel, mehr als 15 Prozent zeigten sogar einen massiven Mangel.

Das Interessante für die Therapie von Patienten mit Rheumatoider Arthritis: Die Vitamin-D-Spiegel waren mit der Schmerzstärke verbunden. RA-Patienten mit einem Mangel gaben höhere Schmerzwerte auf der visuellen Analogskala an als Patienten mit hohen Serumwerten von 25-OH-Vitamin-D. Aus anderen Studien ist bereits bekannt, dass der Vitamin-D-Wert auch mit der Krankheitsaktivität korreliert ist.

Krüger riet den Kollegen, die Vitamin-D-Werte von RA-Patienten zu bestimmen und - wenn nötig - eine Substitutionstherapie zu verordnen. So können positive Effekte sowohl auf Herz und Gefäße als auch auf die Gelenke erzielt werden.

Zur Wirkung von Vitamin D vermuten Forscher seit längerem immunmodulierende und entzündungshemmende Effekte.

Lesen Sie dazu auch: Auch eine Psoriasis-Arthritis ist mit Komorbiditäten verbunden "Keine Angst vor Kortikoiden in niedriger Dosis!" Methotrexat-Therapie wird erleichtert Hilfe für Patienten mit Morbus Bechterew Erster IL-6-Hemmer gegen Arthritis Fortbildung zum Thema Kapillarmikroskopie

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Bildgebung

Axiale Spondyloarthritis: NSAR-Pause vor der MRT?

Signifikante Assoziation

Begünstigen Gichtanfälle tachykarde Arrhythmien?

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Wie ein Hausarzt mit seinem„Medmobil“ Obdachlose versorgt

Warnzeichen früh erkennen

Immundefekte: Das ist die Basisdiagnostik für die Praxis

Lesetipps
Echzeitdarstellung der Blutzuckermessung auf einem Smartphone

© Remigiusz Góra / stock.adobe.com

Kasuistik

Seltene Ursache rezidivierender Hypoglykämien