Ärzte Zeitung, 01.09.2011

Rheumaverdacht ist ein dringender Notfall

Rheumakongress: Leitlinie soll Früherkennung stärken / Nur bei früher Therapie ist die Prognose gut

MÜNCHEN (eb). Eine neu überarbeitete Leitlinie zum Management der frühen rheumatoiden Arthritis hat die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) bei ihrem Kongress in München vorgestellt.

Rheumatoide Arthritis (RA) beginnt meist mit einer schmerzhaften Schwellung eines oder mehrerer Gelenke, die mit Morgensteifigkeit einhergeht. "Nicht selten kommt es auch zu grippeähnlichen Allgemeinbeschwerden", so Professor Matthias Schneider vom Uniklinikum Düsseldorf, der die Leitlinie mit verfasst hat.

Ein Verdacht auf RA erhärtet sich, wenn die Entzündung länger als sechs Wochen anhält. Für die Abklärung der Beschwerden enthält die Leitlinie einen klaren Handlungspfad für Hausärzte.

"Unser Ziel ist es, dass alle Neuerkrankten binnen zwölf Wochen fachgerecht behandelt werden", so Schneider in einer Mitteilung der DGRh. Davon sei man noch weit entfernt.

Bisher dauere es im Mittel 13 Monate, bis Betroffene zu einem Rheumatologen gelangen. Die Behandlung sollte ein Facharzt koordinieren. Entscheidend ist der rechtzeitige Beginn der Therapie.

Unbehandelt entwickeln bis zu zwei Drittel der Patienten binnen fünf Jahren dauerhafte Gelenkschäden. Die Therapie sollte spätestens sechs Monate nach Krankheitsbeginn einsetzen.

"Wenn jeder RA-Patient von Anfang an leitliniengerecht behandelt würde, könnten mehr als 90 Prozent ein ganz normales Leben führen", so Schneider.

http://dgrh.de

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