Direkt zum Inhaltsbereich

Tuberöse Sklerose

Mit Everolimus schrumpfen Nierentumoren

Pharmakotherapie könnte langfristig eine Alternative zur Nieren-Op werden.

Veröffentlicht:

BERLIN. Die Charité - Universitätsmedizin Berlin hat zusammen mit dem TSC Zentrum Berlin eine neue Therapie für Patienten entwickelt, die an Nierentumoren leiden, die mit der Erbkrankheit Tuberöse Sklerose (TSC) in Verbindung stehen.

Den Forschern ist es gelungen, das Tumorvolumen bei TSC-Patienten durch Einsatz von Everolimus deutlich zu reduzieren. Die Ergebnisse der Studie sind in "The Lancet" (Lancet 2013; online 11. Januar) erschienen.

Tuberöse Sklerose kann bekanntlich viele Organe befallen, etwa die Nieren, das Gehirn, die Haut, die Lunge und das Herz. Die Erkrankung ist durch eine fehlerhafte Regulation des mTOR-Signalwegs gekennzeichnet, erinnert die Charité in einer Mitteilung.

mTOR ist Bestandteil eines Proteinkomplexes, der unterschiedliche Signalwege der Zelle integriert, die Herstellung von Proteinen reguliert und so Zellwachstum und Zellzyklus steuert.

Die Fehlregulation des mTOR-Signalwegs führt zum übermäßigen Zellwachstum und damit zur Entstehung gutartiger Tumore auf der Haut und im Körperinneren.

Schwere Blutungen sind möglich

Durch das stete Wachstum könne es jedoch zu schweren Blutungen und zur Verdrängung von anderen Organen kommen; Nierentumoren könnten zudem gravierende Nierenprobleme auslösen, meldet die Charité.

"Die weltweite Zulassungsstudie hat erstmals gezeigt, dass der Einsatz des Medikaments Everolimus, eines sogenannten mTOR-Hemmstoffs, bei Patienten mit Nierentumoren, die durch Tuberöse Sklerose ausgelöst werden, das Tumorvolumen deutlich reduzieren kann", wird Professor Klemens Budde, Oberarzt in der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie am Campus Charité Mitte, und verantwortlicher Autor der Studie in der Mitteilung zitiert.

Innerhalb eines halben Jahres verringerte sich bei fast der Hälfte der betroffenen Patienten das Tumorvolumen um mehr als 50 Prozent. Außerdem führte die Therapie bei einem Viertel der Patienten zur Verbesserung der Hautsymptome.

Die neue Pharmakotherapie könnte somit langfristig eine wirksame Alternative zur operativen Entfernung der Niere bieten - wie das Lancet Editorial betont -, so die Charité. (eb)

Mehr zum Thema

Frauen im Nachteil

Körperliche Untersuchung wird bei LUTS oft vernachlässigt

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Nichtinfektiösen Durchfall erkennen

Das sind die Warnzeichen für chronische Diarrhö

Lesetipps
Ärztin mit Patientem

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Dermatologin Yael Adler gibt Tipps

Wie man Hypochondern in der Praxis am besten begegnet

Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Monkey Business / stock.adobe.com

Biopsychosozial vorgehen!

So unterstützen Sie Ihre Patienten bei funktionellen Körperbeschwerden

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram