Ärzte Zeitung online, 11.10.2018

Für ein längeres Leben

Der Hund als Ehepartner

Eine gelungene Partnerschaft schützt vor Krankheit und frühem Tod. Ob der Partner zwei oder vier Beine hat, scheint dabei wenig bedeutsam zu sein, so eine Studie.

Von Robert Bublak

Der Hund als Ehepartner

Liegts am süßen Blick? Wer einen Hund hat, aber keinen menschlichen Partner, hat eine acht Prozent geringere Mortalität.

© Tatyana Gladskih / stock.adobe.com

KOPENHAGEN. Welchen Einfluss es auf die Sterblichkeit hat, sein Leben mit einem Hund zu teilen, haben dänische Forscher um Ivalu S¢rensen von der Universität Süddänemark in Kopenhagen retrospektiv untersucht (Eur J Publ Health, online 27. August 2018).

Ihnen kam dabei der Umstand zugute, dass skandinavische Länder eine ausgeprägte Registerkultur pflegen.

Seit 1968 sind alle Bürger Dänemarks mit einer einheitlichen persönlichen Identifikationsnummer versehen, die eine Verlinkung über vorhandene Registerdaten ermöglicht. 1993 folgten den Bürgern die Hunde; ihre Daten sind im Dänischen Hunderegister eingespeist.

275.000 Probanden

S¢rensen und Kollegen analysierten die Daten von knapp 46.000 im Jahr 2015 verstorbenen Dänen und stellten ihnen im Verhältnis 1:5 Angaben zu lebenden Mitbürgern gegenüber. Insgesamt entstand so eine Fall-Kontroll-Studie mit mehr als 275.000 Probanden. 8 Prozent von ihnen waren Hundebesitzer.

Regelmäßigen Umgang mit einem Hund zu pflegen, äußerte sich in günstigeren Überlebenschancen. Unter Hundebesitzern lag die Mortalität im Mittel um acht Prozent niedriger als bei Menschen ohne Hund.

Der Nutzen beschränkte sich allerdings auf die Subgruppe derjenigen, die über keinen zweibeinigen Partner verfügten; rund die Hälfte der Hundebesitzer und 61 Prozent der Menschen ohne Hund fielen in diese Gruppe. Hier war ein Leben an der Seite eines Hundes mit einer Reduktion der Mortalität um 14 Prozent verbunden.

Partnerersatz funktioniert wohl

Wer neben dem Vierbeiner noch einen Zweibeiner an seiner Seite hatte, zog keinen signifikanten Vorteil mehr aus dem Hundebesitz.

Die Forscher um S¢rensen sehen die Hypothese unterstützt, wonach der Besitz eines Hundes als Ersatz für Partnerbesitz oder andere enge soziale Beziehungen dienen kann.

Ob das auch umgekehrt gilt und was das Zusammenleben mit Menschen für die Mortalität der Hunde bedeutet, lassen die Ergebnisse der Registerstudie offen.

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[14.10.2018, 19:50:14]
Dr. Florian Huber 
Artikel hält nicht was Überschrift verspricht
Interessant wäre die Differenz Lebenserwartung mit PaternerIn lebend, zu allein lebend mit Hund, zu allein lebend ohne Hund darüber sagt die Studie leider nichts.
Dr. Florian Huber, Kinder- und Jugendpsychiater, Psychotherapeut. zum Beitrag »
[12.10.2018, 10:40:38]
Carola Marx 
Können Dänen ihre Hunde heiraten?
Wenn man von der nachvollziehbaren positiven gesundheitlichen Wirkung von Hunden auf die Halter absieht, ist der Text in mehrfacher HInsicht zum Lachen - oder traurig (je nach Perspektive).
Ein Hund ist wohl auch in Dänemark nicht der "Ehepartner" eines Menschen! Möglicherweise ein Partnerersatz - wobei auch dies bestimmt nicht auf alle Hundehalter zutrifft...
Normalerweise lebt der Hund "an der Seite des Menschen" und nicht etwa umgekehrt.
Im Zusammenhang mit menschlichen Partnern von "Partnerbesitz" zu sprechen, ist gleichfalls reichlich merkwürdig.
Auch bei vordergründig leicht abzuhandelnden "Routinethemen" sollten die Leser sprachlich und inhaltlich korrekte Formulierungen erwarten dürfen. zum Beitrag »
[11.10.2018, 08:35:28]
Dr. Susanne Isabel Becker 
Assoziation ist nicht gleich Kausalität!
Als Hundebesitzerin (und Psychiaterin, die eben diesen Hund auch in der Klinik einsetzt) möchte ich mich natürlich mit einem Ausrufezeichen der Kernaussagen des Artikels anschließen.
Als Epidemiologin hingegen rate ich zur Vorsicht, denn eine Assoziation, wie sie aus einer Registerstudie wie dieser zu erheben ist, belegt eben nicht Kausalität. So wäre es beispielsweise plausibel auszunehmen, dass die Gruppe der hundebesitzenden Singles eine Selektion gesünderer Personen sind; sie müssen den Hund - inklusive Spaziergängen - nämlich selbst versorgen, was andernfalls auch der Partner übernehmen kann.  zum Beitrag »

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