Ärzte Zeitung, 07.06.2004

Viele Studien belegen den Nutzen von Pravastatin

Raten von KHK-Tod und nicht-tödlichem Herzinfarkt waren in Studien zur Sekundärprävention um 24 Prozent reduziert

BERLIN (Rö). Die Einführung von Statinen Ende der 80er Jahre sei ein Urknall in der Therapie gegen Atherosklerose gewesen. Damit habe eine große pharmakologische und medizinische Erfolgsgeschichte begonnen, hat Professor Achim Weizel bei einer Veranstaltung des Unternehmens ratiopharm in Berlin gesagt.

Anlaß der Konferenz war die Einführung des Pravastatin-Generikums Pravastatin-ratiopharm® mehrere Wochen vor dem Patentablauf.

Wegen des umfangreichen klinischen Studienprogramms gehöre Pravastatin heute zu den am besten untersuchten Substanzen im Bereich der Lipidsenker, hat der Chefarzt vom Diakoniekrankenhaus in Mannheim betont. Dies gilt für die Sekundärprävention mit den Studien CARE und LIPID und für die Primärprävention mit der Studie WOSCOP.

In den Studien zur sekundären Prävention waren die Endpunkte KHK-Tod und nicht-tödlicher Herzinfarkt um 24 Prozent seltener als mit Placebo. In ähnlichem Ausmaß waren die Raten von PTCA- und Bypaßoperationen vermindert sowie die Zahl der Schlaganfälle.

In der PROSPER-Studie wurde zudem der Nutzen der Therapie speziell bei Patienten zwischen 70 und 82 Jahren belegt. Um ein kardiovaskuläres Ereignis zu verhindern, mußten nach Weizels Angaben so viele Patienten in den Studien behandelt werden: in PROSPER 48, in LIPID 49, in CARE 52 und in WOSCOPS 59.

In den Studien hat sich auch die gute Verträglichkeit von Pravastatin gezeigt. Die Rate der unerwünschten Wirkungen unterschied sich nach Weizels Angaben nicht von der bei Placebo.

Als weiteren Vorteil für den Wirkstoff nannte der Internist, daß er nicht über das Cytochrom-P-450-System abgebaut wird, über das viele Medikamente verstoffwechselt werden. Damit ist das Wechselwirkungspotential gering.

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