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Wissenschaftler plädieren für Doping-Freigabe

NEU-ISENBURG (Smi). Dopingsubstanzen im Sport sollten freigegeben werden, fordern Wissenschaftler im Leitartikel des aktuellen "British Journal of Sports Medicine" (38, 2004, 666). Statt Dopingkontrollen sollte es künftig Gesundheitstests geben, was nicht nur fairer, sondern auch sicherer sei.

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Die viel beschworene Chancengleichheit im Sport könne es gar nicht geben, argumentieren Professor Julian Savulescu vom Uehiro Centre of Practical Ethics an der Universität Oxford und Bennett Foddy vom Murdoch Childrens Research Institute in Melbourne in Australien.

So seien allein schon die genetischen Voraussetzungen der Athleten unterschiedlich. Als Beispiel führen sie den finnischen Skilangläufer Eero Mäntyranta an. Der Goldmedaillen-Gewinner von 1964 hatte eine Punktmutation im Gen für den Erythropoetin-Rezeptor, wodurch sich in seinem Körper vermehrt rote Blutkörperchen bildeten.

Doping im Leistungssport werde es immer geben, prognostizieren Savulescu und Foddy. Die Effektivität von Anabolika, Epo und Wachstumshormonen, die hohen Verdienstmöglichkeiten von Spitzensportlern sowie die geringe Kontrolldichte seien so verlockend, daß viele Berufssportler nicht widerstehen könnten.

Dopende Sportler seien nicht a priori Betrüger, behaupten die Autoren. Denn was Betrug ist, sei Definitionssache. Wenn man Doping freigebe und verfügbar mache, gäbe es keinen Betrug mehr. Und außerdem trockne man durch eine solche Maßnahme den Schwarzmarkt aus.

"Unser Kreuzzug gegen Doping ist gescheitert", so das Fazit der Wissenschaftler. Statt Dopingsünder zu verfolgen, solle man all jene Substanzen legalisieren, die die Leistung der Athleten verbessern, ohne ihre Gesundheit zu beeinträchtigen. Zudem könne man Gesundheitspässe einführen, in denen Hämatokrit und Hormonkonzentrationen festgehalten würden.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Doping muß verboten bleiben!

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