Ärzte Zeitung online, 06.08.2018

Querelen um KV-Praxis in Feuchtwangen

Nur ein letzter Trumpf

Ein Kommentar von Florian Staeck

florian.staeck

Schreiben Sie dem Autor florian.staeck@springer.com

Wenn der Hausarztmangel sich dauerhaft in einer Region einnistet und kein anderes Instrument mehr hilft, haben die Kassenärztlichen Vereinigungen einen letzten Trumpf: die KV-Eigeneinrichtung.

Genau diese Option hat die KV Bayerns gezogen, weil sich die hausärztliche Versorgung im mittelfränkischen Feuchtwangen allen Bemühungen zum Trotz nicht zum Besseren wenden will.

Das Vorhaben begeistert aber nicht alle niedergelassenen Ärzte vor Ort. Die geplante KV-Eigeneinrichtung, so die Klage, torpediere das Engagement der Praxischefs, durch die Beschäftigung von Weiterbildungsassistenten sich den Nachwuchs im eigenen Haus heranzuziehen. Das Beispiel in Feuchtwangen lehrt, dass eine Eigeneinrichtung wirklich nur Ultima ratio sein sollte.

Dabei hat die KV in Bayern in ihrer Sicherstellungsrichtlinie bereits klargestellt, dass eine Praxis, in der ein Arzt nur noch den Kittel anziehen muss, nur eine Übergangslösung sein kann. Zudem ist festgelegt, dass der angestellte KV-Arzt in der Regel nach zwei Jahren die Praxis in eigener Niederlassung weiterführen soll.

Um Ärger zu vermeiden, sollten die KV-Verantwortlichen daher mit den Praxischefs vor Ort die Perspektiven der Sicherstellung erörtern und vorab den Fahrplan für den Ausstieg aus einer KV-Praxis klären.

Lesen Sie dazu auch:
Bayern: Querelen um KV-Praxis

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So will Deutschland den Zuckerberg bezwingen

16:00 UhrZu viel und zu schlecht gekennzeichnet: Zucker versteckt sich in vielen Fertigprodukten. Das erschwert eine gesunde Ernährung. Die Politik will nun eingreifen. mehr »

Der Transgender-Trend

Paradigmenwechsel? Transsexuelle lassen sich sogar selbstbewusst für den "Playboy" ablichten. Psychiater warnen aber vor einem Geschlechtsdysphorie-Hype unter Jugendlichen. mehr »

Deshalb gibt's immer mehr Parkinsonkranke

Die absolute Zahl der weltweiten Parkinsonkranken hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Forscher haben eine Vermutung, warum der Anstieg in manchen Ländern so stark ist. mehr »