Ärzte Zeitung, 14.01.2015

Pflegekongress

Vereinfachte Dokumentation im Fokus

BERLIN. Eine schlanke Pflegedokumentation soll bundesweit in allen Altenpflegeeinrichtungen Realität werden. Doch noch herrscht Unsicherheit in einigen rechtlichen Fragen.

So befürchten viele Pflegefachkräfte, haftungsrechtlich belangt zu werden, wenn sie nicht alles dokumentieren.

"In der Pflege herrscht ein großes Sicherheitsbedürfnis, was dazu führt, dass die Pflegedokumentation ausufert", betont Professor Thomas Weiß, Fachanwalt aus Kiel.

Der auf Pflegerecht spezialisierte Anwalt gehört einer Arbeitsgruppe von Juristen an, die das Projekt des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zum Abbau der Bürokratie in der Pflegedokumentation begleitet.

"Wir wollen die juristischen Fragen so weit klären, dass jede Pflegeeinrichtung sich traut, eine vereinfachte Dokumentation einzuführen", sagt er.

"Was nicht dokumentiert ist, ist auch nicht gemacht worden." Mit diesem Mythos räumte bereits die sogenannte Kasseler Erklärung der Arbeitsgruppe im Januar 2014 auf. Damit geben die Fachjuristen dem neuen Dokumentationsmodell Rückendeckung.

Das Prinzip des Modells, das vom Bundesgesundheitsministeriums erfolgreich getestet wurde: Es soll nur noch das, was von der Routine abweicht, aufgezeichnet werden.

Die Autoren der Kasseler Erklärung betonen allerdings, dass sich die Entlastung nur auf die Grundpflege bezieht - während die diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen weiterhin aufgezeichnet werden müssen.

Auf dem Berliner Kongress Pflege 2015 - veranstaltet von Springer Medizin - werden die sozial-, heim- und haftungsrechtlichen Grenzen einer effizienteren Pflegedokumentation abgesteckt. (eb)

Weitere Infos zum Kongress: Andrea Tauchert, Tel. 030/82787-5510, andrea.tauchert@springer.com,

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Hunde im MRT hygienischer als bärtige Männer

Ist es hygienisch, Hunde in MRT-Scanner zu legen, mit denen primär Menschen untersucht werden? Ja, legt eine Studie nahe: Bärtige Männer bergen höhere Kontaminationsrisiken. mehr »

Starke Konzentration wird im Fall Valsartan zum Klumpenrisiko

Noch ist die Risikobewertung im Fall Valsartan nicht abgeschlossen. Aber der Vorgang zeigt die Risiken der starken Marktkonzentration. mehr »

Die Gesundheit der Bombenkinder

Seit Jahrzehnten berichten viele Hibakusha – so nennt Japan seine Atombombenopfer – regelmäßig vor Schülern und Interessierten aus dem In- und Ausland von dem Grauen, das sie und ihre Angehörigen erlebten. mehr »