Neues Zentrum in Bochum

Im Kampf gegen HIV, Syphilis & Co

Anlaufstelle für Menschen mit sexuell übertragbaren Krankheiten will das Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin in Bochum sein. Ihre Versorgung sei häufig unzureichend.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:

BOCHUM. In Bochum wollen Ärzte gemeinsam mit Partnern aus dem Gesundheits- und Sozialwesen die Versorgung von Patienten mit sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) verbessern. Das neue Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin bietet einen niedrigschwelligen Zugang zu Aufklärung, Diagnose und Therapie. Das Bundesgesundheitsministerium sieht die neue Einrichtung als Modell und finanziert für drei Jahre die wissenschaftliche Begleitung.

Das Zentrum, das unter dem Motto "Walk In Ruhr" arbeitet, ist am Elisabeth-Hospital des Katholischen Klinikums Bochum (KKB) angesiedelt und befindet sich im Zentrum der Ruhrgebietsstadt. "Wir haben beschlossen, in die Stadt zu gehen, damit wir das Tabu brechen können", sagte der Medizinische Geschäftsführer der KKB Dr. Christoph Hanefeld bei der Eröffnung.

Zwar habe in den vergangenen Jahren das Thema HIV und Aids im Fokus der Öffentlichkeit und der medizinischen Versorgung gestanden, die anderen sexuell übertragbaren Krankheiten seien aber trotz ihrer Bedeutung immer noch tabuisiert.

Kooperation mit niedergelassenen Ärzten

In dem Bochumer Zentrum arbeiten Ärzte, Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Psychologen und speziell ausgebildete Berater zusammen. Beteiligt sind die Interdisziplinäre Immunologische Ambulanz der Universitätshautklinik im St. Josef Hospital, die Aidshilfe Bochum, das Gesundheitsamt Bochum, pro Familia sowie die Organisationen Rosa Strippe und Madonna. Das Zentrum arbeitet mit den niedergelassenen Haus- und Fachärzten der Region zusammen.

Mit seinem interdisziplinären Ansatz passe die Einrichtung genau in die neue Strategie der Bundesregierung zum Thema HIV/Aids und SIT, sagte Ines Perea, Referatsleiterin im Bundesgesundheitsministerium. "Sexuell übertragbare Infektionen kann man nur bedarfsorientiert, integriert und systemübergreifend angehen." Die wissenschaftliche Begleitung solle zeigen, welchen Mehrwert der Ansatz bringt und ob und wie er sich auf andere Regionen übertragen lässt. "Alles unter ein Dach zu bringen ist eine hervorragende Leistung", lobte Perea.

In der Versorgung von Patienten mit STI gibt es erhebliche Versorgungsdefizite, betonte Professor Norbert Brockmeyer, der Ärztliche Leiter des Zentrums. Zum einen würden gerade junge Menschen häufig nicht durch die diagnostischen und therapeutischen Angebote erreicht. Auch Sexarbeiter und Männer, die Sex mit anderen Männern hätten, benötigten zielgerichtete Angebote. "Zudem sehen wir bei den Ärzten einen riesigen Fortbildungsbedarf", sagte Brockmeyer, der Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft ist. Deshalb haben die Initiatoren ein Curriculum für Ärzte erarbeitet.

Das Zentrum Sexuelle Gesundheit und Medizin wird mit aufsuchenden Angeboten und speziell ausgebildeten Fachkräften, sogenannten Health Advisors, arbeiten, kündigte er an. "Wir bieten nicht nur neue Quantitäten, sondern eine neue Qualität."

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Darmkrebsmonat März

Darmkrebs bei Jüngeren: Wie lassen sie sich finden?

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Ein junges Mädchen wird geimpft – gegen HPV? (Symbolbild mit Fotomodellen)

© milanmarkovic78 / stock.adobe.com

Vision Zero Onkologie

Die Elimination des Zervixkarzinoms

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
600 Menschen pro Tag sterben in Deutschland an Krebs. Der Vision Zero e.V. möchte dazu beitragen, dass vermeidbare, krebsbedingte Todesfälle verhindert werden.

© IRStone / stock.adobe.com

Porträt

Vision Zero: Vereint gegen Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine ältere Frau bekommt eine Impfung in den rechten Oberarm.

© David Pereiras / Stock.adobe.com

RCTs und Real-World-Evidenz

Wie gut die RSV-Impfung bei Erwachsenen wirkt – und ankommt