Ärzte Zeitung online, 04.08.2016

Kampf gegen Resistenzen

Erneut weniger Antibiotika für Tierhaltung

BERLIN. Für die Tierhaltung in Deutschland sind erneut weniger Antibiotika verteilt worden – allerdings mehr kritische Wirkstoffe, die auch für Menschen besonders wichtig sind. Die Gesamtmenge sank im vergangenen Jahr auf 837 Tonnen nach 1238 Tonnen im Jahr zuvor, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mitteilte.

Bei der umstrittenen Klasse der Fluorchinolone stieg die abgegebene Menge dagegen erneut – von 12,3 Tonnen auf 14,9 Tonnen. Der Grünen-Agrarexperte Friedrich Ostendorff forderte am Donnerstag strengere Einschränkungen für diese Reserve-Antibiotika. Sie dürften nur noch in klaren Ausnahmefällen verwendet werden.

Seit 2011 müssen Pharmaindustrie und Großhändler melden, welche Mengen bestimmter Arzneimittel sie an Tierärzte abgeben. Ein Großteil der Antibiotika geht dabei seit Jahren in Landkreise in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, in denen es viele große Mastanlagen gibt.

Der Einsatz von Medikamenten im Stall wird seit langem kritisiert. Er soll sinken, um zu verhindern, dass Wirkstoffe nicht mehr anschlagen. Substanzen wie Fluorchinolone gelten als Reserve-Antibiotika. (dpa)

Topics
Schlagworte
Prävention (2483)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »