Ärzte Zeitung online, 30.04.2017

FDP-Parteitag

Allgemeine Impfpflicht für Kinder gefordert

Die FDP fordert eine allgemeine Impfpflicht für alle Kinder bis 14 Jahre. Der Parteitag in Berlin beschloss am Freitag einen entsprechenden Antrag der Jungen Liberalen mit knapper Mehrheit.

BERLIN. Die nötigen Impfungen sollten sich an den Empfehlungen der ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts orientieren, hieß es in dem Antrag der Jungen Liberalen (Juli) beim FDP-Parteitag. Kinderärzte sollen die Erziehungsberechtigten auf die Impfpflicht hinweisen.

Die Julis unterstrichen, dass die Impfquote derzeit deutlich abnehme. So würden nur noch 37 Prozent der Kinder rechtzeitig und ausreichend gegen Masern geimpft. Entsprechend erhöhe sich die Zahl der Masern-Erkrankungen in den vergangenen Jahren wieder zusehends.

Auch Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) erklärte kürzlich, die Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen trügen entscheidend dazu bei, dass im laufenden Jahr mit 410 Fällen bereits mehr Masern-Erkrankungen als 2016 (325 Fälle) registriert worden seien. (dpa)

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[30.04.2017, 19:39:04]
Thomas Georg Schätzler 
Dazu aktuell auf Twitter:
Ausgerechnet die "FDP enttarnt [damit ihre] Schein-Liberalität: [Impf-]Pflicht und Zwang setzen [damit nur] vorgegebene staatliche Interessen um. Ohne Freiheit [als FDP-Markenkern] gegen Sozialismus einzufordern?"

Es sind doch gerade die gut verdienenden, impfkritisch gebildeten  Mittelschicht-Yuppies ("young urban professionals") ohne Lebens- und Schicksalserfahrung, die sich selbst und ihre Kinder nicht systematisch impfen lassen wollen, aber von der pseudo-liberalen FDP ("Alles kann, Nichts muss") als besonders wertvolles Wahl-Klientel gesucht und gefunden werden sollen. Von den "DONKS" ("double income - no kids") ganz zu schweigen.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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