Ärzte Zeitung, 29.09.2016

Chronische Erkrankungen

Vertrauen als Fundament für Therapieerfolg

Aktuelle Umfrage zeigt: Arzt-Patienten-Verhältnis hat große Bedeutung für erfolgreiche Behandlung.

KÖLN. Bei der Behandlung von Menschen mit chronischen Erkrankungen spielt das gute Arzt-Patienten-Verhältnis sowohl aus Sicht der Patienten als auch der Ärzte eine zentrale Rolle für den Therapieerfolg. Die positive Einstellung des Patienten und die hohe fachliche Kompetenz des behandelnden Arztes sehen beide Seiten als weitere wichtige Faktoren. Das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Pharmaunternehmens Janssen Deutschland.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte in diesem Sommer 1001 volljährige Patienten mit einer chronischen oder lebensbedrohlichen Erkrankung befragt sowie 351 Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen, darunter 100 Allgemeinmediziner, Internisten und praktische Ärzte.

Danach halten 97 Prozent der Ärzte ein gutes menschliches Verhältnis zum Patienten für sehr wichtig oder wichtig für eine erfolgreiche Therapie. Bei den Patienten sind es 94 Prozent. Für 99 Prozent der Ärzte und 98 Prozent der chronisch Kranken ist die positive Einstellung der Patienten ein entscheidender Faktor.

Nach der Befragung bewerten 94 Prozent der Patienten das Verhältnis zum Arzt als sehr gut oder eher gut. 75 Prozent der Ärzte geben an, dass sie einen engeren und vertrauteren Umgang mit chronisch Kranken haben als mit anderen Patienten. Der überwiegende Anteil der Patienten (87 Prozent) ist zufrieden mit der Zeit, die sich der Arzt für sie nimmt. 86 Prozent der Ärzte gehen davon aus, dass sie für die Behandlung dieser Gruppe genügend Zeit haben.

Die Mediziner haben aber eine Reihe von Änderungsvorschlägen für die Behandlung von chronisch Kranken. Dabei dominieren zwei Dinge: 73 Prozent plädieren für eine gesonderte Vergütung für Beratungsgespräche, 69 Prozent wollen mehr Zeit für den Austausch mit den Patienten. Mehr hilfreiche Informationsmaterialien wünschen sich 39 Prozent der Ärzte, einen stärkeren Austausch mit Fachkollegen 34 Prozent. (iss)

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