Ärzte Zeitung, 07.11.2011

Kommentar

1,47 Euro kurbeln Wirtschaft nicht an

Von Monika Peichl

Auf Applaus kann die Koalition mit ihren Steuerbeschlüssen nicht zählen. Das liegt nicht nur daran, dass viele Steuerzahler, auch die Ärzte, von der versprochenen Entlastung so gut wie nichts spüren werden.

Selbst bei Kleinverdienern nahe am Existenzminimum, die mit jedem Euro rechnen müssen, dürfte der Nachlass nicht einmal den Anstieg der Energiekosten decken.

Mit den geschätzten 1,47 Euro, die eine Medizinische Fachangestellte ab 2012 monatlich mehr haben könnte, wird sie den Binnenkonsum jedenfalls nicht anschieben können.

Allgemein herrscht die Einschätzung, dass die Steuerpläne in erster Linie Ruhe innerhalb der Koalition schaffen und der bedrängten FDP Entlastung bringen sollen.

Auf die Bürger werden die Beschlüsse aber kaum beruhigend wirken. Viele Menschen haben derzeit andere Sorgen. Sie fragen sich, was Finanz-, Staatsschulden- und Eurokrise von ihrer Altersvorsorge übrig lassen werden.

Sie wollen keine Mini-Steuerreform, sondern ein Ende der Krise.

"Der Bürger blutet aus zahlreichen Wunden, und die Kanzlerin kümmert sich um ihn, indem sie ihm die Haare kämmt", spottete ein Steuerzahler in einem Online-Forum. Leider ist das wahr.

Lesen Sie dazu auch:
Erhöhter Grundfreibetrag für Ärzte nutzlos?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Rätselhafter Demenz-Rückgang

Eine US-Studie deutet erneut auf eine fallende Demenz-Inzidenz, und zwar besonders in Geburtsjahrgängen ab 1925. Wisssenschaftliche Erklärungen für die Beobachtung fallen schwer. mehr »

Immuntherapie gewinnt an Stellenwert in der MS-Therapie

Die Therapieoptionen bei Multipler Sklerose (MS) haben sich erweitert. Neue Substanzen werden daher auch in die aktualisierten Leitlinien Einzug halten. mehr »

Polarisierung – Chance für das Parlament

Gesundheitspolitik in Zeiten der großen Koalition – das stand für die fehlende Konkurrenz der Ideen. Der Souverän hat die Polarisierung gewollt. Das ist eine Chance für die Demokratie. mehr »