Ärzte Zeitung, 06.04.2016
 

Schweiz

Hotellerie setzt auf Medical Wellness

In puncto Tourismus hoffen die Eidgenossen auch auf die Anziehungskraft von gesundheitspräventiven Angeboten in Hotels.

ZÜRICH. Die Schweiz schreibt sich Medical Wellness auf die Fahne. Wie die Fremdenverkehrsbehörde Schweiz Tourismus mitteilt, setzen viele Hotels in der Alpenrepublik gezielt auf die Kombination von Wellness-Klassikern und medizinisch-therapeutischen Anwendungen, speziell für die Zielgruppe der Best Agers - gut situierte Menschen über 50.

Nun hat der Unternehmerverband hotelleriesuisse an die ersten Unterkünfte das Gütesiegel "Medical Wellness Hotel" verliehen.

"Die Integration des Themas Medical Wellness in die Spezialisierungskategorien hat dabei europaweit Vorbildcharakter", heißt es in einer Mitteilung des Hotelverbandes.

Bezogen auf die Hotellerie sei es wichtig zu erwähnen, dass sich die Kriterien nach den Bedürfnissen von gesunden Menschen - also Gästen und nicht Patienten - richteten. "Mit diesen Kriterien sollen primär Hotels angesprochen werden, welche Dienstleistungen mit präventivem Charakter anbieten.

Es soll eine klare Grenze zu den Betriebskonzepten der Kurhäuser und der Kliniken gezogen werden", verlautet ergänzend.

An einigen der ausgezeichneten Hotels stehen auch - begleitend zu den Angeboten aus dem Bereich Medical Wellness - eine Reihe von Ärzten für die medizinische Betreuung der Gäste bereit.

Unter den als Medical Wellness charakterisierten Angeboten finden sich zum Beispiel ein harmonisierendes Appenzeller Kräuterbad mit Meersalz, eine warme Kerzenwachs-Massage mit Kokosöl, aber auch Shiatsu oder ein Entspannungs-Achtsamkeitstraining.

Ein anderes Hotel setzt auf naturnahe alpine Wellness-Elemente. In einer optimal temperierten Behandlungsliege erlebe der Gast das "schwerelose Liegen".

Von Stroh umhüllt entschlacke der Körper, der Stoffwechsel werde angeregt, und die Gelenke und Muskulatur könnten entspannen. Als ultimatives Wellness-Erlebnis wird die Trüffel-Behandlung angepriesen. Sie pflege die Haut intensiv und sorge für Wohlbefinden.

Passend auf die Zielgruppe der sogenannten "Best Agers" setzt ein Hotel auf Haki-Behandlungen - ein neues, ganzheitliches Konzept, das sich insbesondere an "Vieldenker" richte. Schwingungen, Rhythmus und Massagetechniken würden dabei erfolgversprechend kombiniert, Verspannungen, physischer und mentaler Stress könnten abgebaut werden.

In ihrer 2010 verabschiedeten "Wachstumsstrategie für den Tourismusstandort Schweiz" identifizierten die Eidgenossen ausdrücklich den Trend Gesundheits- und Wellnesstourismus, der bei den Best Agers hoch im Kurs stehe und Potenzial verspreche. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wie Grippeviren ihr Erbgut steuern

Forscher haben nachgewiesen, wie Gene von Influenza-A-Viren an- und abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben. mehr »

6000 Euro Strafe für Informationen über Abtreibung

Wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche hat das Amtsgericht Gießen am Freitag eine ortsansässige Allgemeinärztin zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt. mehr »

Mehr Transparenz soll die Wogen der SPRINT-Studie glätten

Der Streit um die SPRINT-Studie hält an. Im Fokus steht die genutzte Methode der Praxisblutdruckmessung, um die sich Gerüchte rankten. Jetzt hat die SPRINT-Gruppe für mehr Transparenz gesorgt. mehr »