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Helios sieht sich für weitere Zukäufe gut gerüstet

BERLIN (hom). Der Chef des privaten Klinikbetreibers Helios, Francesco De Meo, rechnet schon in Kürze mit weiteren Privatisierungen am deutschen Klinikmarkt. Als Grund nannte er die hohe Verschuldung der Länder und Kommunen.

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Weiter sinkenden Steuereinnahmen von Ländern und Gemeinden stünden gleichbleibend hohe Ausgaben gegenüber, sagte De Meo in Berlin. Dies zwinge die öffentliche Hand immer stärker dazu, ihre Kliniken abzustoßen. "Bei den Kommunen muss es schnell passieren, weil das Geld fehlt. Die Länder haben mehr Zeit, aber auch sie müssen Schulden abbauen." Derzeit befinden sich 30 Prozent der bundesweit rund 2100 Kliniken in privater Hand. Die freigemeinnützigen Träger halten einen Marktanteil von 38 Prozent, Länder und Kommunen einen Anteil von 32 Prozent.

Helios sehe sich für weitere Klinikübernahmen "gut gerüstet", sagte De Meo. Der Konzern werde aber auch in Zukunft seiner Philosophie des "selektiven Wachstums" treu bleiben und nur die Kliniken hinzukaufen, die ins Unternehmensprofil hineinpassen. Teilprivatisierungen in Form strategischer Partnerschaften, wie sie vom Münchner Klinikkonzern Sana praktiziert werden, seien nicht das Modell von Helios. "Wir kaufen nur einen Schuh, wenn wir wissen, dass wir den zweiten dazukriegen", betonte De Meo.

Derzeit betreibt die Helios Kliniken Gruppe, die zum Gesundheitskonzern Fresenius gehört, bundesweit 61 Akut- und Rehakliniken, 24 Medizinische Versorgungszentren sowie vier Seniorenresidenzen. 2009 erwirtschaftete Helios einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro (plus 13,8 Prozent). Das Unternehmen habe vergangenes Jahr aber keine weiteren Klinikkäufe getätigt, sagte De Meo. Das organische Wachstum beruhe auf einer Steigerung der akutstationären Fälle um 14 Prozent und der ambulanten Fälle um 15 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird mit 208 Millionen Euro angegeben. Aktuell sei Helios bei zwei Privatisierungsverfahren mit von der Partie.

Er signalisierte erneut Interesse an einer Übernahme der Universitätsklinik Schleswig-Holstein. Zunächst sei aber die dortige Landesregierung gefordert, ihre Pläne für das hoch verschuldete Klinikum zu konkretisieren. Wenn klar sei, wohin die Reise geht, werde Helios seine Vorstellungen für eine Übernahme darlegen. "Um jeden Preis" werde man aber nicht kaufen. Die Uniklinik Schleswig-Holstein mit ihren beiden Standorten Kiel und Lübeck steckt tief in den roten Zahlen. 2008 machte die Klinik knapp zehn Millionen Euro Miese. Der Investitionsstau wird auf rund 700 Millionen Euro beziffert. Berichte über die Jahresabschlüsse anderer großer Klinikkonzerne: Rhön-Kliniken: www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/unternehmen/article/600336/rhoen-klinikum-bereit-weitere-uebernahmen.html Sana: www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/unternehmen/article/594120/sana-kliniken-etwas-andere-expansionskonzept.html Asklepios: www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/unternehmen/article/603764/asklepios-erreicht-2009-neue-rekordwerte.html

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