Ärzte Zeitung online, 10.09.2019

Klinikbrand in Düsseldorf

Ruf nach mehr Brandschutz in Kliniken

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert, dass Länder und Einrichtungen Konsequenzen aus den vermehrt eintretenden Feuern in Kliniken ziehen.

174a1401_8501598-A.jpg

Feuerwehrleute und eine Notärztin kümmern sich nach einem Brand im Marien Hospital in Düsseldorf um die Verletzten. Bei dem Brand ist ein Mensch ums Leben gekommen.

© Sascha Rixkens/dpa

DÜSSELDORF. Nach dem Brand in einem Düsseldorfer Krankenhaus mit einem Todesopfer schweben noch vier Menschen mit Rauchgasvergiftungen in Lebensgefahr. Das berichtete ein Feuerwehr-Sprecher am Dienstagmorgen. Einer der Verletzten habe in dem Zimmer gelegen, in dem der Brand am Montagabend ausgebrochen war.

Ein bei dem Feuer ums Leben gekommener 77-Jähriger war den Angaben zufolge in einem Nachbarzimmer. Insgesamt seien 19 Menschen verletzt worden, sagte der Sprecher – also deutlich weniger als noch in der Nacht gemeldet. Neben den vier in Lebensgefahr schwebenden Menschen galten drei weitere als schwer verletzt.

Die Verletzten kamen in andere Krankenhäuser – unter anderem in eine Aachener Spezialklinik. Ob es sich bei den Opfern ausschließlich um Patienten oder auch um Mitarbeiter des Hospitals handelte, blieb zunächst offen.

Wie es zu dem Brand in dem Patientenzimmer auf einer internistischen Station der Klinik kam, sei noch unklar, sagte eine Polizeisprecherin am Morgen. Das Feuer war im zweiten Stock ausgebrochen. Von dort aus verteilte sich der Rauch über fünf Etagen des Krankenhauses.

Brandursache noch ungeklärt

In der Nacht sei aufgrund der unübersichtlichen Lage vor der Klinik noch unklar gewesen, wie viele Menschen tatsächlich durch den Brand verletzt wurden und wer aufgrund einer anderen Erkrankung in dem Krankenhaus war. Einige Patienten wurden vor der Klinik auf einem Parkplatz behandelt. Deshalb sei die Feuerwehr zunächst von 72 Verletzten ausgegangen.

Die Rettungskräfte versorgten laut Feuerwehr-Mitteilung zudem „insgesamt 100 betroffene, unverletzte Menschen vor und im Krankenhaus“. Die Menschen seien sowohl durch das Treppenhaus als auch von außen über drei Drehleitern aus dem Gebäude geholt worden, teilte die Feuerwehr mit.

Der Brand war nach rund einer Stunde gelöscht und der Einsatz mit rund 180 Kräften nach vier Stunden beendet. Auch mehrere Notfallseelsorger waren im Einsatz.

Erst Mitte August war bei einem Brand in einem Krankenhaus in Mönchengladbach ein Patient ums Leben gekommen. Ende Juli war in einer Lungenklinik in Köln-Mehrheim ein Brand ausgebrochen, bei dem ein Patient starb.

Kritik von Patientenschützern

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erneuerte daher am Dienstag ihre Kritik: Der Brandschutz in deutschen Kliniken und Pflegeheimen sei nicht ausreichend, notwendig seien mehr Vorsorgemaßnahmen wie Sprinkler-Anlagen. „Jede Woche brennt es in deutschen Krankenhäusern“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. „Allein die Zahl der Toten beläuft sich für das Jahr 2019 nun bereits auf sieben Personen. (...) Aber weder die Bundesländer noch die Einrichtungen ziehen daraus Konsequenzen.“ (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf dem Weg zum Bluttest

Demenz-Diagnose ganz einfach per Biomarker: Serumtests auf Beta-Amyloid und Tau könnten in naher Zukunft recht genau anzeigen, wer gerade in eine Demenz abgleitet. mehr »

Herzschutz ist auch Schutz vor Demenz

Wer mit 50 Jahren nicht raucht, nicht dick ist, sich gesund ernährt, Sport treibt und normale Blutzucker-, Blutdruck- und Cholesterinwerte hat, der kann seine Hirnalterung um mehrere Jahre verzögern. mehr »

Das Oktoberfest im Gesundheits-Check

Laute Menschenmassen, Hendl und sehr, sehr viel Bier: Kann das noch gesund sein? Ein Blick auf das Oktoberfest aus Gesundheitssicht. mehr »