Ärzte Zeitung, 17.07.2011

Kommentar

Es muss trotzdem bezahlbar bleiben

Von Dirk Schnack

Es klingt verlockend: Kranke und Verletzte können im Norden künftig noch rascher versorgt werden. Ein Hubschrauber bringt den Notarzt wesentlich schneller an den Einsatzort, von wo aus der erstversorgte Patient dann in die Klinik gebracht wird. Das kann wertvolle, manchmal lebensrettende Zeit sparen.

Verständlich, dass erste Kommunalpolitiker im Norden den Hubschrauber begrüßen und ihrer Bevölkerung die Vorzüge schildern. Wie der Betreiber erwarten sie, dass die Krankenkassen die Kosten übernehmen.

Doch so begrüßenswert jede Verbesserung im Rettungswesen ist, sie muss bezahlbar bleiben für die Solidargemeinschaft. Und hier liegt der Haken: Der Notarzt-Hubschrauber ist ein zusätzliches Angebot, das zusätzliches Geld kostet. Er spart an anderer Stelle aber kein Geld ein.

Die Vorhaltekosten für den Rettungsdienst bleiben bestehen. Eine Umstellung von Notarztfahrzeugen auf Helikopter ist nicht möglich. Auch eine Beschränkung des Fahrzeugeinsatzes auf die Nacht bleibt Illusion.

Dennoch ist zu erwarten, dass der Helikopter angefordert wird - denn in den Rettungsleitstellen zählt nicht das Geld, sondern in erster Linie schnelle Hilfe.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Abheben ohne Kassenzusage: Streit um neuen Rettungshubschrauber

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Weniger Kardiologen = mehr Herztote?

In Bundesländern mit weniger niedergelassenen Kardiologen sterben mehr Patienten an Herzerkrankungen, so der aktuelle Herzbericht. mehr »

Fehlerquelle Datenschutzerklärung

Die meisten Praxis-Websites von Haus- und Fachärzten erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen. Das legt eine aktuelle Studie nah. mehr »

Nach einem Hörsturz ist das Schlaganfallrisiko erhöht

Nach einem Hörsturz haben Patienten ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. In einer südkoreanischen Studie war dies kontinuierlich über einen elfjährigen Nachbeobachtungszeitraum festzustellen. mehr »