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Flensburg: Schmerzzentrum der kurzen Wege

Niedergelassene und angestellte Ärzte haben die Versorgung von Schmerzpatienten in Flensburg auf eine neue Basis gestellt. Für Patienten bedeutet das vor allem kurze Wege.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
Bei Schmerz hilft das Flensburger Schmerznetz.

Bei Schmerz hilft das Flensburger Schmerznetz.

© Heinrichs / fotolia.com

FLENSBURG. Das Haus Pniel ist etwas Besonderes. Die fein weiß-golden verzierte Fassade sticht auf den ersten Blick ins Auge.

Was man dem Bau in der Duburger Straße 81a in Flensburg nicht ansieht: Für Patienten hat sich in diesen Räumen der Anästhesiegemeinschaft Flensburg die erste Schmerzambulanz etabliert.

Dafür kooperieren niedergelassene und angestellte Ärzte des umliegenden Diakonissen- und Malteser Krankenhauses. Ziel ist die Etablierung eines interdisziplinären Schmerzzentrums in der Grenzstadt.

Die räumliche Nähe der Gemeinschaftspraxis zu den beiden Krankenhäusern ist wichtig - schließlich beschäftigt die Praxis mit den Oberärzten Dr. Friedrich von Velsen vom Diakonissenkrankenhaus und Dr. Hans-Peter Hansen vom Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital zwei Ärzte aus beiden benachbarten Häusern halbtags.

Zum Team des Schmerzzentrums gehört aber auch die niedergelassene Neurochirurgin Dr. Gisela Runge.

"Es gab damals einen Aufschrei in der Presse, als vor gut einem Jahr die ambulante Betreuung von chronischen Schmerzpatienten nicht aufrecht erhalten werden konnte", sagte Christoph Vollmer, Anästhesist und Initiator des Schmerzzentrums.

Die Patienten aus Flensburg und Umgebung mussten teilweise bis nach Kiel fahren, um sich behandeln zu lassen - wenn sie überhaupt eine Anlaufstelle fanden. "Für Schmerzpatienten bestehen überall lange Wartelisten", berichtet Vollmer.

Hoher Bedarf

Dies sei für viele Patienten eine schwierige Situation gewesen. Hinzu komme, dass es sich oftmals um sehr spezielle Leiden handele.

"Es bedarf eines sehr intensiven Kontakts, um die Probleme zu verstehen und die Patienten zu behandeln", sagte Vollmer.

Seit dem Sommer letzten Jahres haben sich niedergelassene Ärzte und Kliniken in mehreren Treffen bemüht, die Schmerztherapie auf ein neues Fundament zu stellen und einigten sich auf die von der Gemeinschaftspraxis Christoph Vollmer und Elisabeth Postler betriebene Schmerzambulanz.

Die beiden Klinik-Direktoren Dr. Christian Utler (Malteser Krankenhaus) und Dr. Christian Peters (Diakonie) freuen sich über den Erfolg des Projekts und darüber, dass die niedergelassenen Ärzte Verantwortung übernehmen.

"Wir planen den weiteren Auf- und Ausbau der Ambulanz, Ziel ist die Etablierung eines interdisziplinären ‚Schmerzzentrums Flensburg‘."

Brauchen Patienten eine längerfristige stationäre Behandlung im Krankenhaus, stehen im St. Franziskus-Hospital ‚Schmerzbetten‘ zur Verfügung.

Die Erfahrungen der ersten Wochen mit der Schmerzambulanz haben schnell den hohen Bedarf erkennen lassen. Schon im Juni betrug die Wartezeit rund zwei Monate.

Ob die Ambulanz auch wirtschaftlich zu einem Erfolg für die Praxis wird, ist fraglich. Vollmer rechnet nach eigenen Angaben mit einer "Schwarzen Null".

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