Ärzte Zeitung, 10.12.2014

Kommentar zum Ärztezentrum

Zukunftsweisender Ansatz

Von Dirk Schnack

Das bundesweit erste Ärztezentrum, das von einer Kommune betrieben wird, wird Realität. Büsum wird Träger eines Ärztehauses, in dem bislang selbstständige Praxisinhaber tätig sind. Sie werden in den kommenden Jahren ausscheiden und voraussichtlich keine Praxisnachfolger finden.

Damit die ambulante ärztliche Versorgung vor Ort nicht zusammenbricht, musste ein neues Konzept her, das auch an ausgewählten anderen Standorten, nicht aber flächendeckend funktionieren wird. Wer also in dem Modell das Ende der selbstständigen ambulanten Medizin sieht, liegt falsch.

Erstens, weil viele Voraussetzungen passen müssen, damit ein kommunales Ärztezentrum überhaupt entstehen kann. Zweitens, weil Ärzte auch im kommunal betriebenen Zentrum die Wahl haben, ob sie selbstständig oder angestellt arbeiten möchten.

Die Erfahrungen in Büsum werden mit darüber entscheiden, ob dieses Modell sich für weitere unterversorgte Gebiete eignet.

Eine der spannendsten Fragen betrifft die Wirtschaftlichkeit: Kann ein Ärztehaus mit angestellten Ärzten unter den Honorarbedingungen der ambulanten Medizin schwarze Zahlen schreiben? Falls nicht, ist dies kein Grund zur Häme. Es könnte niedergelassenen Ärzten aber bei der Durchsetzung ihrer Forderungen helfen.

Lesen Sie dazu auch:
Schleswig-Holstein: Startschuss für erstes Ärztehaus in Gemeindehand

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »