Direkt zum Inhaltsbereich

Falscher Arzt

Klinik behält Vergütung eines Fake-Doktors

Auch wenn der vermeintliche Doktor seine Approbation vorgetäuscht hat: Das Honorar für die fachlich korrekt erbrachte Leistung darf eine Klinik behalten.

Veröffentlicht:

KÖLN. Krankenhäuser müssen Krankenkassen die Vergütung für fachlich richtig erbrachte Leistungen auch dann nicht zurückerstatten, wenn sich der ausführende Mitarbeiter die ärztliche Approbation nur erschlichen hatte. Das hat das Sozialgericht Aachen (SG) in einem nicht rechtskräftigen Urteil entschieden.

Drei Krankenkassen hatten eine Klinik auf Rückerstattung von insgesamt 370.000 Euro verklagt. Sie waren für operative Eingriffe durch einen Arzt bezahlt worden, bei dem sich im Nachhinein herausgestellt hatte, dass seine Approbationsurkunde auf gefälschten Studienbescheinigungen und Zeugnissen beruhte.

Der Mann wurde wegen Körperverletzung und Urkundenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt.

Dennoch wies das Sozialgericht die Klagen der Kassen ab. Der falsche Arzt habe regelmäßig nicht allein operiert, sondern ein "echter" Arzt habe assistiert, führten die Richter aus. Deshalb habe es sich um ärztliche Behandlungen gehandelt.

 Zudem hätten die Behandlungen im Ergebnis den Regeln der Kunst entsprochen – und die Kassen damit die den Versicherten geschuldeten Leistungen erbracht. Für mögliche Schadenersatzansprüche der Kunden sah das SG keine Grundlage. Den Kassen sei eben kein finanzieller Schaden entstanden. (iss)

Urteile des Sozialgerichts Aachen, Az.: S 13 KR 262/17, S 13 KR 466/16 und S 13 KR 114/17.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Elternzeit, Krankheitsvertretung und Co.

Befristete Arbeitsverträge: Welche Fehler Sie vermeiden sollten

Apps auf Rezept im Visier

Schutz vor Regress bei der DiGA-Verordnung

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?

Arzt entwickelt MFA-Börse

So finden Praxisinhaber die MFA, die zu ihnen passt

Ernährungsberatung

Schilddrüse: Vegane Ernährung verschärft Jodmangel

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte