Präventionspreis

DGIM-Auszeichnung für Onkologen und Diabetologen

Beim Internistenkongress wurden Forschungsarbeiten für die Prävention innerer Erkrankungen ausgezeichnet.

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Wiesbaden. Der Onkologe Professor Robert Zeiser von der Universität Freiburg und der Diabetologe Professor Martin Heni von der Universität Tübingen sind beim Internistenkongress in Wiesbaden mit dem Präventionspreis ausgezeichnet worden. Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) mit.

Zeiser erhält die Auszeichnung für seine Forschungsarbeiten zum Einsatz der CAR-T-Zelltherapie bei Patienten mit Leukämie. Er konnte bei Mäusen demonstrieren, dass bei diesen Therapien das bekannte Onkologikum Azacitidin Rückfälle verhindern kann. Grund dafür ist, dass bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) zuwenig des Proteins CD123 gebildet wird und die Zahl der CAR-T-Zellen mit der Zeit zurückgeht.

Zeiser wies nach, dass eine Vorbehandlung mit Azacitidin die Bildung von CD123 auf den Krebszellen anregt. Außerdem gab es einen zweiten Effekt der Behandlung: das vermehrte Auftreten von CTLA-4 negativen CAR T-Zellen. Dies verhindert eine vorzeitige Erschöpfung der CAR T-Zellen, die dabei helfen, Leukämiezellen abzutöten (Nat Comun 2021; 12:6436).
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Heni erhält den Preis für seine Arbeit zur besseren Wirksamkeit von Insulin im Hippocampus von Prädiabetikern bei Gabe von Empagliflozin. So eine Wirkung sei bisher für kein anderes Mittel nachgewiesen, heißt es in der Mitteilung zur Preisverleihung.

Die Vorteile für die Prädiabetiker bestehen neben einer Senkung des Blutzuckers in einem vermehrten Abbau der Fettdepots der Leber. Die Behandlung könnte somit verhindern, dass adipöse Menschen erst an einer nicht-alkoholischen Fettleber und danach an einem Typ 2-Diabetes erkranken (Diabetes Care 2022; 45(2):398–406).

Die Deutsche Stiftung Innere Medizin verleiht gemeinsam mit der DGIM den Präventionspreis für die beste aus dem deutschsprachigen Raum vorgelegte Arbeit in deutscher oder englischer Sprache auf dem Gebiet der Primär- und Sekundärprävention innerer Erkrankungen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird 2022 zwischen den beiden Preisträgern aufgeteilt. (mmr)

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