Neurodegeneration Research Award

100.000 Euro für die Demenzforschung

Veröffentlicht: 27.02.2019, 09:05 Uhr

BONN. Der mit 100.000 Euro dotierte „Neurodegeneration Research Award“ geht an zwei Neurowissenschaftlerinnen aus München und Boston. Mit dem Preisgeld wollen Dr. Sabina Tahirovic, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), und Dr. Susan Cotman, Massachusetts General Hospital, Gemeinsamkeiten von Demenzerkrankungen bei Kindern und Erwachsenen erforschen, teilt das DZNE mit. Im Fokus des auf zwei Jahre ausgelegten Projekts stehen die Immunzellen des Gehirns.

Dieser erstmals verliehene Forschungsförderpreis wurde von der NCL-Stiftung mit Unterstützung der Joachim Herz Stiftung ins Leben gerufen. Die Preisverleihung erfolgte im Vorfeld des „Tages der Seltenen Erkrankungen“, der am 28. Februar begangen wird.

Zu den Kinderdemenzen zählen beispielsweise die „Niemann-Pick Typ C Krankheit“ (NPC) und die „Neuronale Ceroid Lipofuszinose“ (NCL), von der diverse Varianten bekannt sind, erinnert das DZNE in der Mitteilung. Diese Erkrankungen gehen nicht nur mit geistigem Abbau einher, mögliche Symptome sind auch epileptische Anfälle, Bewegungsstörungen und Sehverlust. Ausgelöst werden NPC und NCL durch Fehler im Erbgut. Die Folge: in den Nerven- und anderen Hirnzellen sammeln sich schwer abbaubare Substanzen an.

„Trotz aller Unterschiede haben diese Erkrankungen eine Reihe von Gemeinsamkeiten mit Alzheimer“, erläutert Tahirovic in der Mitteilung. „Dazu gehört die Aktivierung der Immunzellen des Gehirns, der sogenannten Mikroglia. Infolgedessen entwickelt sich eine chronische Entzündung. Das Gehirn steht dann gewissermaßen unter Dauerbeschuss.“

Genau diese Prozesse wollen Tahirovic und ihre US-amerikanische Kollegin unter die Lupe nehmen. Mit von der Partie ist zudem ein wissenschaftlicher Mitarbeiter von Tahirovic, Dr. Alessio Colombo. Das Preisgeld trägt zur Finanzierung seiner Stelle bei und bietet ihm die Möglichkeit für Forschungsaufenthalte am Massachusetts General Hospital in Boston.

„Wir wollen verstehen, wie sich die Mikroglia infolge der NCL und der NPC verändern und warum sie in einen Zustand dauerhafter Aktivierung übergehen“, sagt Tahirovic. „Auf dieser Grundlage wollen wir neue Ansatzpunkte für die Therapie von Kinderdemenzen finden, die auch hinsichtlich der Behandlung von Alzheimer erforscht werden könnten.“ (eb)

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