Direkt zum Inhaltsbereich

30 000 Tote - die kann's auch bei saisonaler Grippe geben

BERLIN (pe). Die Grippewelle der vergangenen Saison war die stärkste seit 2004/2005. Die Daten hat das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin vorgestellt. Das RKI fordert Risikogruppen auf, sich ab sofort gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen.

Veröffentlicht:

Nach Angaben des RKI steht bereits der aktuelle saisonale Grippe-Impfstoff zur Verfügung. Die Impfempfehlungen gelten unverändert für Menschen im Alter über 60 Jahren, chronisch Kranke und medizinisches Personal. Basierend auf den Daten aus der Saison 2008/2009 enthält die Vakzine erneut den H1N1-Stamm A/Brisbane/59/2007 und den H3N2-Stamm A/Brisbane/10/2007. Aktualisiert wurde der Influenza-B-Stamm (B/Brisbane/60/2008).

Dr. Brunhilde Schweiger vom Nationalen Referenzzentrum für Influenza am RKI erinnerte auf der Veranstaltung des RKI daran, dass die saisonale Impfung nicht gegen die Neue Grippe schützt. Denn die saisonalen H1N1-Viren, die bereits seit mehreren Jahren zirkulieren, unterscheiden sich stark vom Schweinegrippe-H1N1-Stamm.

Die Saison 2008/2009 sei in zweierlei Hinsicht ungewöhnlich gewesen: Zum einen fand sie mit einer Hauptaktivität in der 4. bis 6. Kalenderwoche 2009 relativ früh statt. Zum anderen traten die ersten Erkrankungen nicht - wie in den Jahren davor - im Süden, sondern im Norden auf, so Schweiger. Es dominierten A/H3N2-Viren. Influenza B-Viren, und saisonale A/H1N1-Viren waren von untergeordneter Bedeutung.

Insgesamt führte die vergangene Grippewelle zu etwa 4,3 Millionen zusätzliche Arztkonsultationen, 1,7 Millionen Arbeitsunfähigkeiten und 18 700 zusätzlichen Hospitalisierungen. Damit war die Aktivität stärker als in den drei Wintern zuvor und etwas geringer als bei den sehr starken Grippewellen 2002/2003 und 2004/2005.

Die durch Influenza bedingte Letalität war innerhalb der vergangenen 15 Jahre mit mehr als 30 000 Toten in der Saison 1995/1996 am höchsten. 2002/2003 und 2004/2005 kam es zu etwa 15 000 zusätzlichen Todesfällen. Die entsprechende Zahl für 2008/2009 liege erst in etwa einem halben Jahr vor, sagte Schweiger.

So wird die Zahl der Grippetoten berechnet

Immer wieder wird berichtet, jährlich sterben in Deutschland Tausende an saisonaler Grippe. Doch woher kommen solche Zahlen? Auf den Totenscheinen ist Influenza kaum zu finden, da der Tod fast immer durch Komplikationen wie bakterielle Pneumonien verursacht wird. Verwendet wird daher ein mathematisches Modell. Darin gehen jahreszeitliche Schwankungen bei den Todeszahlen mit ein, ebenso Faktoren wie die Stärke der Influenza-Aktivität und deren Verlauf. Verglichen wird dann die Zahl der Toten, wie sie ohne Influenza sein sollte mit der tatsächlichen Zahl während einer Grippewelle. Die Differenz (Exzess-Mortalität oder Übersterblichkeit) wird der Influenza zugeschrieben.(mut)

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Woman with diabetes standing on top of the hill and looking at camera

© Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Urlaubsmitbringsel

Reisedermatosen: Wie vorgehen bei den drei häufigsten Tropenparasiten?

Mega-Analyse

BMI ade? Beim kardiovaskulären Risiko kommt es auf das Bauchfett an

Lesetipps
Ein Wegweiser zum nächsten WC plus ein Symbol für eine rennende Person.

© Pixel-Shot / Stock.adobe.com

Nichtinfektiösen Durchfall erkennen

Das sind die Warnzeichen für chronische Diarrhö