Arztreport 2018

38 Prozent mehr psychische Diagnosen bei jungen Erwachsenen

Bei immer mehr jungen Erwachsenen werden psychische Erkrankungen festgestellt. Allein die Diagnose Depressionen hat um 76 Prozent seit 2005 zugenommen, so der Arztreport 2018.

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Stress im Studium? Auch Studenten als eher privilegierte Gruppe sind laut Arztreport 2018 von Depressionen betroffen, ältere Studierende häufiger als die jüngeren.

Stress im Studium? Auch Studenten als eher privilegierte Gruppe sind laut Arztreport 2018 von Depressionen betroffen, ältere Studierende häufiger als die jüngeren.

© BraunS / Getty Images / iStock

BERLIN. 26 Prozent der jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren haben aktuell mindestens eine gesicherte Diagnose "Psychische Störungen. Bereinigt um demografische Effekte bereinigt ist dies ein Zuwachs von 38 Prozent seit 2005.

Dies geht aus dem vom Göttinger aQua-Institut erstellten "Barmer Arztreport 2018" hervor, der am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde und der sich schwerpunktmäßig psychischen Störungen bei jungen Menschen, insbesondere auch bei Studenten, widmet. Der Report basiert auf Versichertendaten der Barmer, die mehr als zehn Prozent der Bevölkerung repräsentieren.

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Häufigste Diagnosen im Jahr 2016 waren affektive Störungen, insbesondere Depressionen bei 7,7 Prozent (plus 75 Prozent zu 2005), somatoforme Störungen bei 7,1 Prozent (plus 19 Prozent) und Reaktionen auf schwere Belastungen bei 6,6 Prozent (plus 89 Prozent. Nach Schwangerschaften sind psychische Störung der häufigste Grund für Hospitalisierung: 1,7 Millionen Krankenhausbehandlungstage sind durch psychische Erkrankungen verursacht.

Studenten sind mit 4,6 Prozent seltener von psychischen Erkrankungen betroffen als Nicht-Studenten (8,2 Prozent). Ein weiterer signifikanter Unterschied: Während beispielsweise das Risiko für Depressionen bei den Nichtstudenten mit zunehmendem Alter abnimmt, steigt dies bei Studenten von knapp einem Prozent der 18-Jährigen auf 3,8 Prozent der 30-Jährigen und bei den Studentinnen sogar von 2,2 auf 4,5 Prozent. Mögliche Ursachen: Leistungsdruck vor dem Examen, Zukunftsängste und finanzielle Sorgen beim Start in eine als oft prekär empfundene beruflicher Situation.

Aus dem Befund zieht die Barmer, so ihr Vorstandsvorsitzender Professor Christoph Straub, den Schluss dass das professionelle Behandlungsangebot durch Hausärzte und Psychitherapeuten durch niedrigschwellige auch präventive Dienstleistungen ergänzt werden muss. So hat die Barmer ihren Versicherten seit 2015 den Service "Pro Mind" als Online-Training für Menschen mit leichten psychischen Beschwerden zur Verfügung gestellt. Mit 2100 ist die Zahl der Nutzer noch relativ niedrig. Ein zweites Projekt ist "Study Care" für das Setting Hochschule; initiiert wurde es von der WHO, koordiniert von der Harvard University, wobei die Barmer in Deutschland der Kassenpartner ist. Zwischen 2016 und 2021 können mehrere tausend Studenten daran teilnehmen. (HL)

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