Abrupter Beginn ist typisch für eine vaskuläre Demenz

MANNHEIM (skh). Eine vaskuläre Demenz klinisch von einer Alzheimer-Demenz abzugrenzen, kann Schwierigkeiten bereiten. Typisch für eine vaskuläre Demenz ist ein abrupter Beginn mit stufenweiser Verschlechterung. Bei Alzheimer-Kranken beginnen die Symptome dagegen schleichend und verschlechtern sich allmählich.

Veröffentlicht:

In der Anamnese sei es deshalb wichtig, die Patienten oder ihre Angehörigen zu fragen, ob in der Vergangenheit Schlaganfälle aufgetreten sind. Besonders bei Patienten, die in den ersten drei Monaten nach einem Schlaganfall oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) Demenz-Symptome bekommen, seien vaskuläre Ursachen wahrscheinlich, so Professor Matthias Endres von der Charité Berlin beim Kardiologen-Kongress in Mannheim. Das sei auch in den diagnostischen Kriterien nach ICD-10 berücksichtigt.

Ein erhöhtes Risiko für vaskuläre Demenz besteht auch bei Bluthochdruck: mit jeder langfristigen Erhöhung des Blutdrucks um 1 mmHg steigt das Risiko, im höheren Alter an Demenz zu erkranken, um ein Prozent (JAMA 274, 1995, 1846).

Die Leitsymptome bei vaskulärer Demenz seien Antriebsstörungen, motorische Verlangsamung und depressive Symptome. Die im Frühstadium bei Alzheimer-Demenz typischen Gedächtnisstörungen träten bei vaskulärer Demenz oft erst in späteren Stadien auf, so Endres.

Diagnostisch ließen sich die Störungen von zeitlicher und räumlicher Orientierung sowie der Sprache am besten mit Tests wie dem Mini-Mental-Status-Test (MMST) erfassen. Zur Sicherung der Verdachtsdiagnose seien CT und MRT Standard.

Bisherige Studien weisen darauf hin, dass die zur Therapie bei Morbus Alzheimer zugelassenen Cholinesterasehemmer Donezepil, Galantamin und Rivastigmin auch bei vaskulärer Demenz Nutzen bringen. Etwa 16 Prozent aller Demenz-Kranken haben eine vaskuläre Demenz, 60 Prozent eine Alzheimer-Demenz. Häufig sind außerdem Mischformen.



STICHWORT

Mini-Mental-Test

Einer der bekanntesten Demenz-Tests ist der Mini-Mental-Status Test. Werden die standardisierten Aufgaben zur zeitlichen und räumlichen Orientierung, zu Erinnerung, Aufmerksamkeit, Sprache und Kopfrechnen richtig gelöst, können maximal 30 Punkte erreicht werden. Der Test dauert etwa zehn Minuten. Ausführlichere Checks werden empfohlen bei 26 oder weniger Punkten. (mut)

Den Mini-Mental-Status-Test gibt es bei Herstellern von Antidementiva, aber auch bei der Testzentrale Göttingen, Robert-Bosch-Breite 25, 37079 Göttingen, Tel.: 05 51 / 50 68 80, Fax: - 506 88 24)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Cochrane Review zu Ginkgo biloba

Ginkgo biloba: Kein Nutzen bei MCI, geringe Effekte auf Demenz

Studie aus Schweden

Dermatozoenwahn – frühes Anzeichen von Demenz?

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps
Vorbereitung für die Obduktion eines Leichnams.

© sudok1 / stock.adobe.com

Autopsiestudie

So häufig wird der Krebs erst nach dem Tod erkannt