Abspecken auf Dauer muß keine Utopie mehr bleiben

HANNOVER (grue). Adipöse Menschen können mit einer ambulanten interdisziplinären Therapie mehr als 20 kg in sechs Monaten abnehmen. Zum einem solchen multimodalen Konzept gehören auch eine Formuladiät, Bewegungstraining und Verhaltensänderung.

Veröffentlicht:

Mit einem ambulanten multimodalem Einjahres-Konzept haben zum Beispiel Kollegen am Krankenhaus Barmherzige Brüder in München gute Erfahrungen gemacht. Das berichtete Dr. Gert Bischoff aus München beim Gastroenterologie-Kongreß in Hannover. Basis des Programms ist das Optifast® 52 Konzept.

Außer einer Formuladiät, also einer Diät mit speziellen, standardisierten Produkten, gehören dazu auch ein individuelles Bewegungstraining und Verhaltenstherapie; aber etwa auch eine Therapie bei Depression. Die Patienten werden ambulant von Ärzten, Sport-, Verhaltenstherapeuten und Ernährungsfachkräften betreut.

Und die Erfolge? 127 so behandelte Patienten reduzierten ihr Gewicht innerhalb eines halben Jahres von durchschnittlich 111 kg auf im Mittel 87 kg. Nach einem Jahr wogen sie durchschnittlich 20 kg weniger als zu Beginn der Therapie, wie Bischoff berichtete.

Stark adipösen Patienten bietet die Klinik eine stationäre Therapie mit dem Modifast®-Diätprogramm an. "Damit nehmen die Patienten innerhalb von vier Wochen im Durchschnitt zwölf Kilo ab", so Bischoff. Langfristig können die ambulant betreuten Patienten ihr Gewicht aber besser halten: Sie haben nach drei Jahren einen BMI von knapp 36 kg/m2 (vorher 39 kg/m2). Nach der stationären Therapie pendelte sich der BMI bei etwa 40 kg/m2 ein (vorher 42 kg/m2).

"Etwa ein Viertel der Patienten bleibt auch für viele Jahre deutlich unter dem Ausgangsgewicht", sagte Bischoff. Das gelänge vermutlich noch mehr Patienten, wenn sie langfristig betreut würden. Das könne eine Aufgabe für Praxen mit dem neuen Schwerpunkt Ernährungsmedizin sein, von denen es bisher bundesweit nur etwa 80 gibt.

Spezialisierte Ärzte bieten eine qualitätsgesicherte Ernährungstherapie und arbeiten eng mit Bewegungstherapeuten, Ökotrophologen und Psychotherapeuten zusammen. Es sollten auch mehr Kliniken als Ernährungszentren fungieren, sagte Bischoff. Denn: Etwa eine Million Menschen in Deutschland haben einen BMI über 40 kg/m2 und sind damit behandlungsbedürftig, selbst wenn sie keine Begleitkrankheiten haben.

Infos zum Programm des Krankenhauses Barmherzige Brüder in München unter Tel.: 0 89 /17 97 20 29, E-Mail: optifast@barmherzige-muenchen.de

Infos zum Programm und zu Therapiezentren, die das Konzept anbieten: www.optifast.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Leopoldina

Adipositas-Epidemie: Diese Strategien braucht es jetzt

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Adipostas und deren Folgen sind zu einer der häufigsten Todesursachen geworden.

© Christian Delbert / stock.adobe.com

Leopoldina

Adipositas-Epidemie: Diese Strategien braucht es jetzt

Plaque im Gefäß

© Dr_Kateryna / Fotolia

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen