Direkt zum Inhaltsbereich

Vorhofflimmern

Aggressive Risikostrategie

Ein konsequentes Management von Risikofaktoren hilft, den Erfolg einer ablativen Therapie gegen Vorhofflimmern (VHF) längerfristig zu sichern.

Veröffentlicht:

ADELAIDE. Die kathetergestützte Ablationstherapie ist eine wirksame Methode, um VHF wieder unter Kontrolle zu bringen. Allerdings tritt das Flimmern im Lauf der Zeit nicht selten erneut auf. Ein möglicher Grund dafür ist, dass der arrhythmogene Krankheitsprozess fortschreitet.

Zu klären, ob sich der Therapieerfolg länger aufrechterhalten lässt, wenn kardiale Risikofaktoren konsequent behandelt werden, war das Ziel der "Aggressive Risk factor REduction STudy for Atrial Fibrillation" (ARREST-AF). Forschern um Rajeev Pathak von der University of Adelaide, haben den Krankheitsverlauf von 149 Patienten untersucht, deren VHF ablativ behandelt worden war.

Alle Probanden wiesen einen Body-Mass-Index von mindestens 27 kg/m2 sowie wenigstens einen zusätzlichen kardialen Risikofaktor (Hypertonie, Glukoseintoleranz/Diabetes, Hyperlipidämie, obstruktive Schlafapnoe, Rauchen, hohen Alkoholkonsum) auf (J Am Coll Cardiol 2014; 64: 2222-31).

Strenge Kontrolle des Blutdrucks

61 Studienteilnehmer entschieden sich für die Teilnahme an einem rigorosen Management der Risikofaktoren (RFM) unter Aufsicht von Ärzten einer spezialisierten Klinik.

Dazu zählte je nach Bedarf eine strenge Kontrolle des Blutdrucks (Zielwert 130/80 mmHg), ein Programm zur Gewichtsabnahme, eine Normalisierung des Lipidspiegels, eine Stabilisierung des HbA1c-Wertes bei 6,5 Prozent oder darunter, eine Behandlung der Schlafapnoe, eine Hilfe zur Tabakabstinenz und eine Reduktion des Alkoholkonsums auf höchstens 30 g/ Woche.

Die übrigen 88 Probanden wurden über RFM unterrichtet und ansonsten in der Obhut ihrer behandelnden Ärzte belassen.

Diese Maßnahmen führten während der Nachbeobachtungszeit von durchschnittlich 3,5 Jahren in der RFM-Gruppe einerseits zu einer signifikant stärkeren Verbesserung des Risikoprofils im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Längerer Erfolg bei RFM-Gruppe

Andererseits hielt auch der Ablationserfolg in der RFM-Gruppe länger an: Bei der Untersuchung am Ende der Follow-up-Phase waren 32,9 Prozent der Patienten nach einmaligem Kathetereinsatz frei von Rhythmusstörungen.

In der Kontrollgruppe betrug der Anteil 9,7 Prozent. Waren mehrere Ablationssitzungen nötig gewesen, blieben 87,0 Prozent der RFM- und 17,8 Prozent der Kontrollpatienten nach der letzten Ablation bis zum End-Check arrhythmiefrei.

Als einzige Faktoren, die eine Wiederkehr des VHF anzeigten, fielen in der multivariaten Analyse der VHF-Typ und die Zugehörigkeit zur Kontrollgruppe auf.

Der Effekt des RFM ließ sich direkt am Herzen ablesen. Das strenge Risikomanagement schlug sich anatomisch nieder: Das Volumen des linken Vorhofs und die Dicke des Ventrikelseptums gingen in der RFM-Gruppe verglichen mit den Kontrollprobanden signifikant stärker zurück. (rb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sonderbericht

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim

Gegen Über- und Unterversorgung

„Klug entscheiden“-Empfehlung zu Vorhofflimmern: Das steht drin

Signifikant höhere Erfolgsquote

Persistierendes Vorhofflimmern: Müssen die Leitlinien geändert werden?

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Lesetipps
Eine Frau geht Walken im Park. Man sieht nur ihre Beine.

© Robert Kneschke / AdobeStock

Cochrane-Update

Körperliches Training hilft wohl doch kaum bei Hüftarthrose

Arzt mit einem Modell des männlichen Harntrakts in der Hand spricht mit einem Patienten.

© Peakstock / stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz

Bei urologischen Problemen: Fragen Sie Chatbot „Urobert“

Die Wissenschaftler arbeiten mit der Annahme, dass die Zellen nach dem „Auftauen“ ihre normalen physiologischen Prozesse wieder aufnehmen.

© Tomorrow.bio

Start-up

Kryokonservierung: Der Traum vom ewigen Leben