Direkt zum Inhaltsbereich

Krebsdiagnose

Aggressiven Prostatakrebs im Ejakulat erkennen

Ob ein Prostatatumor aggressiv ist oder nicht, könnte sich durch Analyse der Proteine im Ejakulat bestimmen lassen.

Veröffentlicht:

LEIPZIG. Ejakulat könnte sich zur Erkennung von aggressivem Prostatakrebs eignen, belegt eine Studie (PLoS ONE 8(6): e67514).

Mit einer Proteinanalyse des Ejakulats haben Wissenschaftler am Universitätsklinikum Leipzig und des Hannoveraner Biotechnologieunternehmen mosaiques diagnostics zunächst Marker zur Diagnose von Prostatakrebs identifiziert.

Dann fanden sie elf Proteinmarker, die erstmals eine Unterscheidung zwischen aggressivem und langsam wachsendem Prostatakrebs ermöglichen.

Differenzierung des Tumorstadiums

"Mit einer Sensitivität von 80% und einer Spezifität von 82% ermöglicht die Protein-Analyse im Ejakulat eine schon recht hohe Zuverlässigkeit in der Differenzierung des Tumorstadiums", fasst Privatdozent Jochen Neuhaus, Leiter des Forschungslabors der Urologie an der Universität Leipzig, die Ergebnisse in einer Mitteilung zusammen.

Obwohl noch keine Alternative zur Gewebegewinnung aus der Prostata bestehe, sei der neue Ansatz vielversprechend und könne künftig außer der Diagnostik auch eine Therapieempfehlung ermöglichen.

Bisher wurde eine Kombination aus PSA-Test, Tastbefund, Anzahl der positiven Proben und der Bestimmung des Gleason-Werts nach der Entnahme von Gewebe eingesetzt, um aggressive Prostatatumoren zu erkennen.

Jedoch zeigen die Mehrzahl der entdeckten Tumore leicht erhöhte PSA-Werte zwischen 4 und 10 ng/ml und moderate Gleason-Werte zwischen 6 and 7, was eine Therapieentscheidung stark erschwert.

Nicht-invasive Diangostik

"Gewebeentnahmen zur Bestimmung des Gleason-Werts erfolgen invasiv, Ejakulat hingegen lässt sich unkompliziert gewinnen", erläutert Dr. Eric Schiffer von mosaiques diagnostics. Das sei ein Schritt auf dem Weg zu schonenderer Diagnostik.

Weltweit ist das Prostatakarzinom der zweithäufigste Krebs des Mannes. Doch längst nicht jeder Prostatakrebs ist mit einer schlechten Prognose verbunden, die ein Eingreifen erforderlich macht.

Daher besteht eine Herausforderung an die Diagnostik, aggressive von nicht aggressiven Tumoren zu unterscheiden. Derzeit bietet jedoch noch kein Verfahren die nötige Sicherheit. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Aktive Überwachung

Prostatakrebs: Urintest kann Biopsien ersparen

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Strukturierter Ablauf der CAR-T-Zelltherapie, in sektorübergreifender Zusammenarbeit zwischen Zentrum und zuweisender Praxis

© Janssen-Cilag

CAR-T-Zelltherapie mit Cilta-cel

Frühzeitige Zuweisung und strukturierte Patientensteuerung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Holzklötze mit Symbolen für verschiedene Versicherungsarten, dahinter eine Person im weißen Hemd.

© REDPIXEL / stock.adobe.com

Cancer is Changing

Medizinischer Fortschritt: „Zwei von drei Krebspatientinnen leben heute länger als fünf Jahre nach der Diagnose“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BeOne Medicines Germany GmbH
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Spurenelemente

Zink und Testosteron: Wann ist eine Substitution sinnvoll?

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

Lesetipps
Hände hallten Tablette in linker Hand und Glas Wasser in rechter Hand

© IQ-Photography / Generated with AI / Stock.adobe.com

Medikamentöse Adipositastherapie

Faktenckeck orales Semaglutid: Was es kann und wo der Haken ist