Krebsdiagnose

Aggressiven Prostatakrebs im Ejakulat erkennen

Ob ein Prostatatumor aggressiv ist oder nicht, könnte sich durch Analyse der Proteine im Ejakulat bestimmen lassen.

Veröffentlicht: 16.09.2013, 06:52 Uhr

LEIPZIG. Ejakulat könnte sich zur Erkennung von aggressivem Prostatakrebs eignen, belegt eine Studie (PLoS ONE 8(6): e67514).

Mit einer Proteinanalyse des Ejakulats haben Wissenschaftler am Universitätsklinikum Leipzig und des Hannoveraner Biotechnologieunternehmen mosaiques diagnostics zunächst Marker zur Diagnose von Prostatakrebs identifiziert.

Dann fanden sie elf Proteinmarker, die erstmals eine Unterscheidung zwischen aggressivem und langsam wachsendem Prostatakrebs ermöglichen.

Differenzierung des Tumorstadiums

"Mit einer Sensitivität von 80% und einer Spezifität von 82% ermöglicht die Protein-Analyse im Ejakulat eine schon recht hohe Zuverlässigkeit in der Differenzierung des Tumorstadiums", fasst Privatdozent Jochen Neuhaus, Leiter des Forschungslabors der Urologie an der Universität Leipzig, die Ergebnisse in einer Mitteilung zusammen.

Obwohl noch keine Alternative zur Gewebegewinnung aus der Prostata bestehe, sei der neue Ansatz vielversprechend und könne künftig außer der Diagnostik auch eine Therapieempfehlung ermöglichen.

Bisher wurde eine Kombination aus PSA-Test, Tastbefund, Anzahl der positiven Proben und der Bestimmung des Gleason-Werts nach der Entnahme von Gewebe eingesetzt, um aggressive Prostatatumoren zu erkennen.

Jedoch zeigen die Mehrzahl der entdeckten Tumore leicht erhöhte PSA-Werte zwischen 4 und 10 ng/ml und moderate Gleason-Werte zwischen 6 and 7, was eine Therapieentscheidung stark erschwert.

Nicht-invasive Diangostik

"Gewebeentnahmen zur Bestimmung des Gleason-Werts erfolgen invasiv, Ejakulat hingegen lässt sich unkompliziert gewinnen", erläutert Dr. Eric Schiffer von mosaiques diagnostics. Das sei ein Schritt auf dem Weg zu schonenderer Diagnostik.

Weltweit ist das Prostatakarzinom der zweithäufigste Krebs des Mannes. Doch längst nicht jeder Prostatakrebs ist mit einer schlechten Prognose verbunden, die ein Eingreifen erforderlich macht.

Daher besteht eine Herausforderung an die Diagnostik, aggressive von nicht aggressiven Tumoren zu unterscheiden. Derzeit bietet jedoch noch kein Verfahren die nötige Sicherheit. (eb)

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