Diagnostik

Allergietest via Nasenabstrich?

Antikörper auf Aeroallergene sind auch im Nasensekret nachweisbar. Das gilt nach neuen Studienergebnissen für eine ganze Bandbreite an Allergenen in der Luft.

Veröffentlicht: 20.04.2020, 12:05 Uhr

München. Allergiediagnostik ohne Blutentnahmen und mehr oder weniger unangenehme Pricktests auf der Haut: Das halten Forscher der TU München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München durchaus für möglich.

Denn auch im Nasensekret können ausreichend Allergie-Antikörper für eine Diagnose gemessen werden (Allergy. 2020; doi: 10.1111/all.14228).

Diagnose mit Biochip-Technologie

Claudia Traidl-Hoffmann, Professorin für Umweltmedizin an der TUM und Direktorin des Instituts für Umweltmedizin am Helmholtz Zentrum München, hat mit ihrem Team Proben des Nasensekrets mit einer Messmethode untersucht, die eigentlich für Blut entwickelt wurde, wie die TUM in einer Mitteilung zur Veröffentlichung der Studie berichtet: Eine neue Biochip-Technologie ermöglicht es seit einiger Zeit, anhand einer minimalen Blutmenge die Konzentration der Antikörper von 112 Allergenen gleichzeitig zu bestimmen.

Mit der molekularen Diagnosetechnologie maßen die Forscher die Konzentration der IgE-Antikörper jeweils im Blut und im Abstrich des Nasensekrets ihrer Probanden. Dazu gehörten sowohl Personen mit als auch ohne Sensibilisierung gegenüber den gängigsten Allergenen aus der Luft (Ausscheidungen der Hausstaubmilbe, Gräserpollen sowie Birken-, Haselnuss- und Erlenpollen).

Ergebnisse für eine Bandbreite an Allergenen

Blut und Nasenabstrich hätten mit dem gleichen Test ähnliche Ergebnisse geliefert, so die TUM in ihrer Mitteilung. In beiden Proben seien jeweils dieselben Sensibilisierungsmuster nachgewiesen worden. Und zwar für alle untersuchten luftgetragenen Allergene.

„Einen Zusammenhang zwischen dem Nachweis von Allergie-Antikörpern im Blut und im Nasensekret hatten schon vorangegangene Studien für einzelne Aeroallergene gezeigt. Nun konnten die Forscherinnen und Forscher diesen Zusammenhang für eine ganze Bandbreite an Allergenen in der Luft nachweisen“, resümiert die TUM.

Sanfte Methode mit Potenzial

„Ein großer Vorteil der Allergiediagnose mit dem Nasensekret ist, dass sie sich im Gegensatz zum Blut- oder Pricktest gut für kleine Kinder eignet. Bei ihnen ist eine Therapie in Form einer Hyposensibilisierung besonders wichtig, da sich im Kindesalter aus einer allergischen Rhinitis ein allergisches Asthma entwickeln kann“, wird Traidl-Hoffmann in der Mitteilung der TUM zitiert.

PD Dr. Stefanie Gilles ergänzt: „Außerdem nehmen wir an, dass im Nasensekret auch allergenspezifische Antikörper des Typs Immunglobulin-E nachgewiesen werden können, die im Blut nicht messbar sind. Dies müssen wir nun in weiteren Studien überprüfen.“ (eb)

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