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Alzheimer und Multiple Sklerose zeigen sich im Auge

Augenuntersuchungen mit bildgebenden Verfahren verbessern die Früherkennung von Morbus Alzheimer und Multipler Sklerose.

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Eine Augenuntersuchung kann offenbar früh auf degenerative Erkrankungen hinweisen.

Eine Augenuntersuchung kann offenbar früh auf degenerative Erkrankungen hinweisen.

© endostock / fotolia.com

BERLIN (eb). Untersuchungen der Augen sollen künftig die Diagnose und Therapie neurodegenerativer Erkrankungen verbessern. Denn die Netzhaut liefert schon früh Hinweise auf krankhafte ZNS-Veränderungen.

Wie bildgebende Untersuchungen des Auges Erkrankungen wie Multiple Sklerose und Morbus Alzheimer aufdecken, diskutieren Experten auf dem 109. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Er findet vom 29. September bis 2. Oktober in Berlin statt.

Meist Zellveränderungen viele Jahre vor Auftreten der ersten Symptome

Bei den meisten Krankheiten verändern sich Zellen und Zellbestandteile bereits viele Jahre vor dem Auftreten erster Symptome.

"Moderne bildgebende Verfahren können solche Prozesse schon früh sichtbar machen", wird Professor Frank G. Holz, Präsidiumsmitglied der DOG und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn, in einer DOG-Mitteilung zitiert.

Bei einer frühzeitigen Diagnose steige die Chance, die jeweilige Erkrankung erfolgreich behandeln zu können. Bislang werden bildgebende Techniken wie die optische Kohärenztomografie (OCT) oder die konfokale Scanning-Laser-Ophthalmoskopie noch vor allem bei Augenerkrankungen wie der altersabhängigen Makuladegeneration genutzt.

Untersuchungen der Netzhaut können früh auf neurodegenerative Erkrankungen hinweisen

Doch Untersuchungen der Netzhaut oder der Hornhaut können nach neuesten Erkenntnissen auch früh auf degenerative Erkrankungen des Nervensystems wie Multiple Sklerose oder Morbus Alzheimer hinweisen.

 Bei der schwierigen Diagnose der Alzheimer-Erkrankung stützen sich Ärzte bislang auf Untersuchungen des Gehirns mithilfe aufwendiger radiologischer Verfahren wie der Computer- oder Magnetresonanztomografie.

Auch Berichte von Angehörigen und Gedächtnistests geben hier Hinweise. Doch damit ist eine frühe Diagnose der Krankheit derzeit kaum möglich.

Bei MS ist Diagnostik im Auge stärker etabliert

Ein typisches Alzheimer-Merkmal sind Ablagerungen des Proteins Beta-Amyloid in Nervenzellen des Gehirns. Bei den Patienten findet sich das Eiweiß aber auch vermehrt in Augenlinse und Netzhaut.

Hochauflösende Bildgebungsverfahren können es nachweisen. Wie sich dadurch künftig die Früherkennung der Krankheit verbessern lässt, untersuchen Forscher derzeit in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt.

Bereits stärker etabliert ist die Diagnostik am Auge bei MS. Mit bildgebenden Verfahren können krankhafte Veränderungen früh erkannt werden.

Mehr Infos: www.dog-kongress.de

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