Kommentar zur telemedizinischen Schlaganfallversorgung

Apoplex: Regionalisierung konkret machen!

Neurologische Versorgung im ländlichen Raum ist lückenhaft. Helfen könnten intersektorale, regionalisierte Telemedizinangebote.

Von Philipp Grätzel von GrätzPhilipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:

Regionalisierung war zuletzt ein häufig gehörtes, gesundheitspolitisches Schlagwort, gerade auch mit Blick auf ein denkbares „grünes“ Gesundheitsministerium. Die Schlaganfallversorgung böte eine Möglichkeit, dieses oft etwas schwer greifbare Konzept konkret zu machen.

Dabei könnten existierende, regionale, telemedizinische Schlaganfallnetze erweitert werden, zum einen in Richtung Rettungsdienst und Leitstellen, zum anderen in Richtung Nachsorge und damit ambulante Leistungserbringer jeglicher Art.

Das ist „sportlich“, aber es wäre ein lohnendes Ziel. Technische Basis könnte im Idealfall die elektronische Patientenakte (ePA) sein, was aktuell freilich daran scheitert, dass kaum ein potenzieller Schlaganfallpatient über eine ePA verfügt. An beidem lässt sich aber arbeiten: Sektorübergreifende Telemedizin ist möglich, das zeigt der GBA-Beschluss zur Herzinsuffizienz-Telemedizin. Und auch bei der ePA gäbe es diverse politische Ansatzpunkte, die Nutzerquote zu erhöhen.

Alternativ könnte ein sektorübergreifendes Netzwerk erstmal auf KIM-Basis oder auch über eine Fallakte kommunizieren. Warum nicht? Letztlich ist es eine Frage des Wollens. Dass mit dem langjährigen DSG-Vorsitzenden Professor Armin Grau jetzt zum ersten Mal überhaupt ein führender deutscher Schlaganfallexperte im Deutschen Bundestag sitzt – vielleicht ist das ja ein gutes Omen?

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