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Auch Frauen über 18 Jahren profitieren von einer HPV-Impfung

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Humane Papillomaviren unter dem Elektronenmikroskop. Die Erreger verursachen Zervix-Karzinome.

Humane Papillomaviren unter dem Elektronenmikroskop. Die Erreger verursachen Zervix-Karzinome.

© Foto: Iftner

HEIDELBERG (ug). Mädchen von 12 bis 17 Jahren sollen zum Schutz vor Zervix-Karzinomen gegen Humane Papillomaviren (HPV) geimpft werden. Das rät die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut. Professor Tino Schwarz aus Würzburg hält es aufgrund neuer Studiendaten jedoch für sinnvoll, auch junge Frauen ab 18 Jahren gegen HPV zu impfen.

Frauen etwa, die bereits mit den HPV-Typen 16 oder 18 infiziert waren und die Infektion überstanden haben, können durch die Impfung vor einer erneuten Infektion geschützt werden. Nur durch die Impfung würden neutralisierende Titer von Antikörpern in der Zervix-Schleimhaut induziert, die Viren des Geschlechtspartners abfangen können. Nach einer durchgemachten Infektion dagegen seien keine Antikörper-Titer im Zervix-Sekret zu messen, sagte Schwarz auf einem Impf-Forum in Heidelberg. Zudem könnten Frauen, die bereits von anderen HPV-Typen befallen sind, durch die Impfung zumindest vor einer Infektion mit den Typen 16 oder 18 geschützt werden.

Im November vergangenen Jahres kam in Deutschland der erste Impfstoff gegen HPV auf dem Markt. Die Vakzine richtet sich gegen die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18. HPV 16 und 18 lösen zusammen etwa 70 Prozent aller Zervix-Karzinome aus, HPV 6 und 11 über 90 Prozent der Genitalwarzen. Seit kurzem gibt es einen zweiten HPV-Impfstoff (Cervarix®), der sich ebenfalls gegen HPV 16 und 18 richtet. Es seien aber Kreuzreaktionen mit den Virustypen 45 und 31 beobachtet worden, sagte Schwarz, Chefarzt am Zentrallabor des Krankenhauses der Stiftung Juliusspital in Würzburg. "Das bedeutet, dass wir mit der Impfung insgesamt um die 80 Prozent aller Zervix-Karzinome und zervikovaginalen Läsionen verhindern könnten", so der Infektiologe auf der von GlaxoSmithKline und Baxter unterstützten Veranstaltung.

Schon zwölfjährige Mädchen gegen HPV zu impfen, mache großen Sinn, sagte Schwarz. Denn die Transformationszone auf der Zervix sei bei den ganz jungen Mädchen besonders empfänglich für HPV. Allerdings werden die jungen Mädchen die Infektionen viel schneller wieder los als erwachsene Frauen. Bei Frauen sei die Infektionsrate zwar geringer, aber die Rate der für die Krebsentstehung relevanten persistierenden Infektionen dafür höher, hätten Studien ergeben. Schwarz plädierte daher dafür, auch Frauen über 17 Jahre gegen HPV zu impfen. Bisher ist die Impfung für Frauen über 17 Jahre allerdings keine Kassenleistung, sondern ein IgeL-Angebot. Doch seiner Erfahrung nach zeigten sich die meisten Krankenkassen kulant.

Die Impfempfehlungen der STIKO gibt es unter www.rki.de

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