Herz-Gefäßkrankheiten

Aufruf zum Schallen der Bauchaorta

Ein nationaler Screeningtag kommenden Samstag nimmt Bauchaortenaneurysmen (AAA) ins Visier. So soll auf die Gefahren durch AAA hingewiesen werden.

Von Philipp Grätzel von GrätzPhilipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:

BERLIN. Screeningprogramme auf Bauchaortenaneurysmen (AAA) haben ihre Effektivität in randomisiert-kontrollierten Studien nachgewiesen. Eine Metaanalyse zeigt, dass nicht nur die AAA-spezifische Mortalität, sondern langfristig auch die Gesamtmortalität sinkt.

Ultraschall der Bauchaorta (dunkel) im Längsschnitt, in der Mitte ein Aneurysma mit knapp doppeltem Durchmesser der Aorta. © www.sonoweb.de

Ultraschall der Bauchaorta (dunkel) im Längsschnitt, in der Mitte ein Aneurysma mit knapp doppeltem Durchmesser der Aorta. © www.sonoweb.de

© www.sonoweb.de

"Das ultraschallgestützte Screening ist eine simple und wenig kostenintensive Methode, um die Sterblichkeit durch rupturierte Bauchaortenaneurysmen signifikant zu senken", betont Professor Hans-Henning Eckstein, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG). Zusammen mit Kollegen hat Eckstein eine Metaanalyse angefertigt, in die Daten von über 135  000 Teilnehmern eingeflossen sind.

Das Ergebnis: Bei Männern zwischen 65 und 80 Jahren kann die AAA-assoziierte Letalität innerhalb von drei bis fünf Jahren um 44 Prozent gesenkt werden. Wird ein Zeitraum von 7 bis 15 Jahren betrachtet, sind es sogar 53 Prozent.

"Nach 7 bis 15 Jahren ist auch die Gesamtmortalität statistisch signifikant geringer", so Eckstein. Die DGG plädiert deswegen für ein Screening bei Menschen über 65 und generell bei familiärer Häufung von Bauchaortenaneurysmen. Um auf die Gefahr der AAA-Rupturen hinzuweisen, hat die DGG einen nationalen Screeningtag initiiert, der am kommenden Samstag stattfindet.

Weitere Informationen zum Screeningtag gibt es im Internet unter der Adresse www.gefaesschirurgie.de

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