Bäckerasthma auch ohne spezifische Sensibilisierung

Veröffentlicht:

Bei einem nicht unerheblichen Teil aller Bäcker mit Asthmabeschwerden am Arbeitsplatz kann keine Sensibilisierung gegen Mehlbestandteile und andere bäckereispezifischen Materialien nachgewiesen werden. Das ist allerdings kein Grund, die Diagnose einer Berufskrankheit zu verweigern.

Darauf hat in Nürnberg Professor Rolf Merget vom Berufsgenossenschaftlichen Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin der Universität Bochum hingewiesen. Merget zitierte eine Untersuchung, wonach von 297 arbeitsmedizinisch untersuchten Bäckern 82 asthmaverdächtige Symptome angaben.

Von den 63 Patienten, die für eine weiterführende Untersuchung zur Verfügung standen, hatten 22 eine bronchiale Hyperreagibilität auf Mehlstaubexposition. 15 davon unterzogen sich einer Testung auf berufsspezifische Allergene, die aber nur bei sechs Bäckern positiv ausfiel.

Warum manche Patienten auf Arbeitsplatzstäube bronchial hyperreagieren, Extrakte der gleichen Stäube in der spezifischen Allergietestung aber keine pathologische Reaktion hervorrufen, dafür gibt es nach Merget zwei Gründe.

Zum einen könnte ein unbekanntes Allergen vorliegen, daß im Arbeitsplatzstaub zwar hoch genug konzentriert ist, um bei Inhalation Asthmasymptome hervorzurufen, das aber in den Testextrakten für die spezifische Allergietestung zu niedrig konzentriert ist, um auch hier zu einem signifikanten Ergebnis zu führen.

Die andere und nach Merget wohl häufiger zutreffende Erklärung ist, daß Arbeitsplatzbestandteile die Atemwege irritieren und zu Bronchokonstriktion und Asthmasymptomen führen.

Daß es sich auch dann um ein berufsspezifisches Problem handeln kann, belegen Untersuchungen zum unterschiedlichen mechanisch irritativen Potential verschiedener Stäube in den Bronchien. So berichten auch Bäcker unabhängig von ihrem Sensibilisierungsstatus beim Verarbeiten von Roggenmehl häufiger als bei Weizenmehl über Asthmabeschwerden.

Das heißt aber nicht zwangsläufig, daß Roggenmehl ein stärkeres allergenes Potential hat als Weizenmehl. Eine Ursache für die häufigeren Asthmabeschwerden auf Roggenmehl könnte sein, daß beim Verarbeiten mehr lungengängiger Staub entsteht als bei Weizenmehl. (wst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Hilfe bei der Therapieentscheidung

Asthma und COPD: Welche Biologika bei welchen Patienten?

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Symptome, Ursachen und Therapie

© Evgeniya Markina | iStock (Symbolbild mit Fotomodell)

Trockene Augen

Symptome, Ursachen und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Arzneimittelbasierte Wundsalben

© AndreyPopov | iStock

Optimale Wundheilung

Arzneimittelbasierte Wundsalben

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Erhöhtes Risiko für immunvermittelte Hautkrankheiten

© supawat bursuk | iStock

Übergewicht bei Kindern

Erhöhtes Risiko für immunvermittelte Hautkrankheiten

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Abb. 2: Schneller Wirkeintritt von Naldemedin im Vergleich zu Placebo in den Studien COMPOSE-1 und COMPOSE-2

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [15]

Opioidinduzierte Obstipation

Selektive Hemmung von Darm-Opioidrezeptoren mit PAMORA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Viatris-Gruppe Deutschland (Mylan Germany GmbH), Bad Homburg v. d. Höhe
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!

Lesetipps
Ein Arzt erläutert seinem Patienten mit Fettlebererkrankung anhand eines Anatomiemodell der Leber die prognostischen Risiken.

© manassanant / stock.adobe.com

Hepatisches Risiko erhöht

Schlank und MASLD – das macht der Leber schwer zu schaffen

Eine Person im CT.

© oksanazahray / stock.adobe.com

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Eine Hand lehnt demonstrativ eine Spritze ab.

© anyaivanova / Getty Images / iStock

1,1 Millionen Erwachsene befragt

COVID-19: Impfskepsis häufig doch überwindbar