Direkt zum Inhaltsbereich

Bauchschmerz und kein Befund? Typisch Mastzellenkrankheit!

BONN (gwa). Was tun bei Patienten, die gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder dünnen Stuhl haben, bei denen aber Laboruntersuchungen oder Endoskopien keine pathologischen Befunde ergeben? Bevor man Betroffene zum Psychiater schickt, lohnt es sich, eine systemische Mastzellenkrankheit auszuschließen.

Veröffentlicht:

Bei der Krankheit sezernieren mutierte Mastzellen ständig Stoffe, die etwa Histamin-Rezeptoren auf enteritischen Nervenzellen oder dem Darmepithel aktivieren. Folgen sind eine veränderte gastrointestinale Sekretion, Absorption, Motilität und Schmerzwahrnehmung. Die Symptome erinnern an Nahrungsmittel-Unverträglichkeit, Reizdarm oder gastrointestinale Entzündungen.

Typisch: Untersuchungen ergeben keine oder nur gering auffällige Befunde. Darauf weisen Professor Gerhard J. Molderings von der Uni Bonn und seine Kollegen hin (Dtsch Med Wochenschr 131, 2006, 2095). "Bevor man die Patienten zum Psychiater schickt, sollte man eine Mastzellenkrankheit ausschließen", sagte Molderings zur "Ärzte Zeitung". Das geht mit einer von den Kollegen erstellten Checkliste mit 45 Fragen zu Symptomen und Befunden. Bei gesicherter Diagnose erhalten Patienten hochdosiert H1-und H2-Antihistaminika, Cromoglicinsäure und Ketotifen.

Zahlen zur Inzidenz gibt es bislang noch nicht. Die Krankheit sei offenbar aber viel häufiger als bislang vermutet, so Molderings. Betroffen sind alle Altersgruppen, geschlechtsspezifische Häufigen sind bislang nicht bekannt.

Infos zur Checkliste: Professor Gerhard Molderings, Uni Bonn, E-Mail: molderings@uni-bonn.de

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Eine Checkliste führt weiter, wenn bei chronischen Magen-Darm-Schmerzen keine Ursache gefunden wird

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Ein neuer Weg zur Diagnose Mastozytose

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Interview

Reisediarrhoe: Bei Fieber keine Selbstbehandlung

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Jurist im Interview

Es droht ein Strafverfahren? Mit diesen Tipps sind Ärztinnen und Ärzte gerüstet

Lesetipps
Das Wort oder die Wortgruppe „Betablocker“ im Wörterbuch.

© sharafmaksumov / stock.adobe.com

REBOOT-Studie

Betablocker nach Herzinfarkt oft überflüssig

Ein Mann inhaliert

© Angelov / Stock.adobe.com

Fünf Säulen der Behandlung

COPD: Das empfiehlt die aktualisierte Leitlinie

Ein älterer Mann bekommt eine Impfung in den rechten Oberarm.

© InsideCreativeHouse - stock.adobe.com

Respiratorische Viren

So gut wirkt der Impfschutz gegen COVID-19, Influenza und RSV