Direkt zum Inhaltsbereich

Begleitmedikation gilt es zu hinterfragen

Bei Schwangeren mit CED müssen nicht nur die Standardtherapeutika hinterfragt werden, sondern auch Begleitmedikamente.

Christina OttVon Christina Ott Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG. Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung (CED) leiden häufig unter Krämpfen. Hier sind krampflösende Arzneimittel angezeigt, die den Spannungszustand der glatten Muskulatur senken und die Verkrampfung lösen. Das am weitesten verbreitete Spasmolytikum ist Butylscopolamin. Es sind weder teratogene noch toxische Effekte bekannt, berichten die Autoren der zertifizierten Fortbildung "Risiken in der Schwangerschaft nicht wesentlich erhöht" (Gastro-News 2010; 2: 28).

Weitere - nahezu ständige - Symptome, sind Diarrhöen. Hier wird häufig Loperamid eingesetzt, das nur zu geringen Teilen resorbiert wird und für das nach bisherigen Erfahrungen keine teratogenen Effekte bekannt sind. Von einer Dauertherapie wird allerdings abgeraten, da hierbei in einer Studie Einfluss auf das Geburtsgewicht nachgewiesen wurde.

Probiotische Arzneimittel werden allgemein als ungefährlich eingestuft und können auch in der Schwangerschaft eingesetzt werden.

Prostaglandinsynthesehemmer wie Novaminsulfon sollten in der Schwangerschaft nur bei zwingender Notwendigkeit angewendet werden. Ihre prostaglandinantagonistische Wirkung können ab Schwangerschaftswoche 28 bis 30 beim Fetus einen vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus auslösen.

Paracetamol dagegen ist bei Schmerzzuständen gut einzusetzen. Es gibt weder Hinweise auf Teratogenität noch auf toxische Effekte.

Der bei CED häufige Eisenmangel wird durch den erhöhten Eisenbedarf in der Schwangerschaft teilweise noch ausgeprägter. Orales Eisen wird sehr schlecht resorbiert und vertragen. Ab einem Hb von < 10 g / dl sollte eine parenterale Substitution erwogen werden - aufgrund mangelnder Erfahrung allerdings im ersten Trimenon nicht mit Eisen-Saccharose und -Carboxymaltose.

Für die Anwendung von Antibiotika - wie für alle Medikamente in der Schwangerschaft - gilt der Grundsatz, die Indikation kritisch zu stellen und Dosierung und Behandlungsdauer nicht zu überziehen.

Lesen Sie dazu auch: Trotz CED - grünes Licht für Schwangerschaft Begleitmedikation gilt es zu hinterfragen Gemeinsamer Crohn- & Colitis-Tag am 2. Oktober Verminderte Fertilität bei M. Crohn-Schub Empfängnis am besten während einer Remission Stillen oder nicht stillen? - das bleibt die Frage

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Betäubungsmittel richtig verordnen

Opioide in der Urlaubsvertretung: Wie sich Missbrauch vorbeugen lässt

Lesetipps
PMOS als Buchstaben

© Someone Cooked Here / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neue Terminologie

Warum PCOS zu PMOS wurde und was das mit Diabetes zu tun hat

Schlange wartender Patienten am Praxisempfang

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Einschätzung von Kollegen

Wenn die Telefon-AU wegfällt: Was das für den Praxisalltag bedeutet