Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Psoriasis und Psoriasis-Arthritis sind auch das Herz und das Hirn gefährdet

Einer Psoriasis liegt eine systemische Entzündung zugrunde, genau wie bei Rheumatoider Arthritis. Beides ist schlecht fürs Herz und die Gefäße.

Von Michael Hubert Veröffentlicht:
Symbolisierter Herzinfarkt. © Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

Symbolisierter Herzinfarkt. © Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

Rheuma ist für das Herz genauso schlecht wie Diabetes: Beide Erkrankungen erhöhen das kardiovaskuläre Risiko - um etwa das Doppelte im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen. Das hat eine Reihe von Studien belegt, das Wissen darum setzt sich mehr und mehr durch. Weniger etabliert ist die Erkenntnis, dass auch einer Psoriasis ein systemisches Entzündungsgeschehen zugrunde liegt, obwohl sich die Symptome primär an der Haut manifestieren, bei Psoriasis-Arthritis zusätzlich auch an den Gelenken.

Der Zusammenhang von Psoriasis und Gefäßerkrankungen wurde in einer US-Studie mit knapp 3300 Psoriasis-Patienten untersucht (Arch Dermatol 145, 2009, 700). Die Ergebnisse: Psoriasis-Patienten haben ein um den Faktor 1,8 erhöhtes KHK-Risiko und ein 1,7-fach erhöhtes Schlaganfall-Risiko, verglichen mit einer Kontrollgruppe aus 2500 Patienten ohne Psoriasis mit ansonsten entsprechenden Charakteristika.

Doch nicht nur Herz und Hirn leiden unter dem Entzündungsprozess der Psoriasis, haben die Forscher aus Miami herausgefunden. Denn auch das Risiko einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) war bei den Psoriasis-Patienten um das Zweifache höher. Die innerhalb von 20 Jahren erhobenen Daten haben zudem eine 1,9-fach höhere Sterberate ergeben.

Und für Patienten mit Psoriasis-Arthritis (PsA) gilt: Je stärker die Haut befallen ist, desto größer ist auch das kardiovaskuläre Risiko. Darauf hat Professor Elisabeth Märker-Hermann bei einer Rheuma-Fortbildungsveranstaltung in Wiesbaden hingewiesen.

Weitere Risikofaktoren sind die üblichen Verdächtigen: Diabetes, Hypertonie und Hyperlipidämie. Als unabhängigen Risikofaktor für die Gefäße bei PsA-Patienten hat Märker-Hermann die Hyperurikämie genannt. Sie sei ebenfalls mit der Stärke des Hautbefalls verbunden. Psoriasis - da ist auch das Herz in Gefahr Rheuma lässt auch die Gefäße leiden

Lesen Sie dazu auch: Psoriasis-Arthritis? Nur 14 Fragen klären das Geballte Infos zur Psoriasis-Arthritis

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Konservative Behandlung

Nach distaler Radiusfraktur auf Risikogruppen achten

Fünf-Jahres-Daten publiziert

Kniegelenkarthrose: Stoßdämpfer hilft wohl, die Knie-TEP zu verzögern

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Stirn

© Pedrojperez | iStock

Risiko Aktinische Keratose:

„Es ist nicht so, wie wir es jahrelang geglaubt haben.“

Anzeige | Biofrontera Pharma GmbH
Ärztin mit Patient

© FatCamera | iStock

Aktinische Keratose:

Die Therapieadhärenz ist entscheidend für den Behandlungserfolg

Anzeige | Biofrontera Pharma GmbH
Wange und Nase mit Akne

© Yuliya Shauerman | iStock

Ein Fall für zwei:

Monosubstanz gegen Akne vulgaris und Rosazea

Anzeige | Biofrontera Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

AMD-Prävention

Altersabhängige Makuladegeneration: Leitlinie gibt Empfehlungen zum Screening

Meist Adenokarzinome

Tipps zur Früherkennung: Warnzeichen für Pankreaskrebs erkennen

Lesetipps
Eine Frau zieht einen Kompressionsstrumpf auf ihr rechtes Bein.

© Itana / Stock.adobe.com

Leitlinien-Update

Welcher Kompressionsstrumpf ist der richtige?