Bei Reflux mehr COPD-Exazerbationen

Nicht nur Asthma-Kranke haben vermehrt gastroösophagealen Reflux (GERD) und eine damit verbundene schlechtere Asthmakontrolle. Dasselbe gilt offenbar auch für COPD-Patienten.

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In einer japanischen Studie wurden 82 COPD-Patienten sowie 40  altersgleiche Kontrollpersonen sechs Monate lang untersucht (Thorax 63, 2008, 951). Die Symptome wurden mit Hilfe des FSSG*-Fragebogens evaluiert. Die Exazerbationsrate wurde anhand von Tagebucheinträgen ermittelt - basierend auf den modifizierten Anthonisen-Kriterien.

Das Ergebnis: 22 (27 Prozent) der COPD-Patienten gaben GERD-Symptome an, aber nur 5 (12,5 Prozent) der Kontrollpersonen. Die Forscher von der Universitätsklinik in Kyoto machten noch eine weitere Beobachtung: Bei den Patienten mit GERD-Symptomen war das Risiko für Exazerbationen signifikant um das 6,6-Fache höher als bei der Kontrollgruppe. Der pH im ausgeatmeten Atemkondensat (EBC-ph) korrelierte in beiden Studiengruppen invers mit dem FSSG-Score.

Reflux erschwert auch Asthmakontrolle

Der Zusammenhang zwischen obstruktiven Atemwegserkrankungn und GERD ist nicht neu: Eine Metaanalyse, in die die Resultate von 29 Studien einbezogen wurden, kam bereits zu dem Ergebnis, dass Asthmatiker häufiger an GERD leiden als Kontrollpersonen (Gastroenterology 132, 4 Suppl 2, 2007, A-483). Und es gibt Daten, wonach die Asthmakontrolle bei GERD-Patienten erschwert ist.

Aus den aktuellen Studiendaten zieht Professor Gernot Rohde aus Bochum den Schluss: Nicht nur bei Asthma-Kranken, sondern auch bei COPD-Patienten sei an das Vorliegen von Reflux zu denken, und die Patienten sollten daher nach den entprechenden Symptomen befragt und gegebenenfalls behandelt werden (Pneumo-News 1, 2009, 22). Von einer Therapie sei zu erhoffen, dass die Exazerbationen zumindest bei den symptomatischen Patienten reduziert werden können. Das müsse aber noch randomisiert und doppelblind geprüft werden, so Rohde. (ikr)

*FSSG: Frequency Scale for Symptoms of GERD

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