Literatur-Recherche

Bei Varizen öfter Rezidive nach Lasertherapie

Der bei endovenöser Lasertherapie verbleibende Venenstumpf begünstigt die Entstehung von Rezidiven, wie eine Studie bestätigt.

Veröffentlicht: 11.03.2019, 13:19 Uhr

BOCHUM. Mediziner haben die Rückfallraten nach verschiedenen Behandlungsoptionen bei Varikose über mindestens fünf Jahre verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass nach der häufig angewandten Laserbehandlung bis zu fünfmal so oft Rückfälle auftreten, wie nach konventioneller Krampfaderoperation, teilt die Ruhr Uni Bochum (RUB) mit.

Bei der Lasertherapie wird ein Katheter in die krankhaft erweiterte Vena saphena magna eingeführt und stark erhitzt. Dadurch wird die Vene verschlossen, erinnert die RUB.

„Wegen der starken Hitzeentwicklung muss man dabei einen Sicherheitsabstand von der tiefen Beinvene halten, von der die Vena saphena magna abzweigt“, so Professor Achim Mumme vom St. Josef Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum in der Mitteilung. Durch diesen Sicherheitsabstand bleibe allerdings ein Stumpf der behandelten Vene stehen.

„Bei der operativen Entfernung von Krampfadern ist das Stehenlassen eines Stumpfes ein Behandlungsfehler, weil man weiß, dass es davon ausgehend häufig zu Rückfällen kommt“, sagt Mumme. Gemeinsam mit seinem Team analysierte er zahlreiche Veröffentlichungen prospektiver Studien zum Erfolg von Varizen-Behandlungen (Phlebologie 2019; 48: 18-22). Die Untersuchung bestätigte, dass auch bei der Laserbehandlung die Stümpfe häufig zu Rückfällen führen: bis zu 5,6-mal häufiger als bei der Op.

Die Folgekosten durch Rückfälle nach Krampfaderbehandlung seien enorm: „Nach operativer Therapie liegen die Kosten bei über 60 Millionen Euro pro Jahr. Wenn alle Krampfadern durch Laser behandelt würden, müssten die Sozialkassen wesentlich mehr aufbringen, jedes Jahr rund 250 Millionen Euro“, rechnet Mumme vor.

Er und seine Kollegen raten dazu, Patienten beim Vorgespräch auf die Studienlage hinzuweisen und gegebenenfalls die operative Entfernung von Varizen als Methode der ersten Wahl anzubieten. (eb)

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