Impfung bei Zervixkrebs

„Bei der Hälfte der Mäuse verschwanden die Tumoren vollständig“

Heidelberger Forscher haben einen therapeutischen HPV-Impfstoff an Mäusen erfolgreich erprobt.

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Das HPV im Modell.

Das HPV im Modell.

© Axel Kock / stock.adobe.com

HEIDELBERG. Die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) wirkt bekanntlich nicht bei Menschen, die bereits mit Viren in Kontakt gekommen sind, gegen die sich die Vakzine richtet. Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben nun einen therapeutischen Impfstoff entwickelt, der den durch HPV verursachten Zervixkrebs bekämpfen soll, teilt das DKFZ mit.

„Unser Ziel ist es, einen therapeutischen Impfstoff zu entwickeln, mit dem Menschen behandelt werden können, die bereits eine HPV-Infektion und möglicherweise auch schon einen HPV-bedingten Krebs oder Krebsvorstufen haben“, wird Angelika Riemer vom DKFZ in der Mitteilung zitiert. „Eine therapeutische Impfung stimuliert das Immunsystem, so dass es sich gegen infizierte oder entartete Zellen wendet und sie abtötet.“

Nach einer Schutzimpfung bildet der Körper Antikörper, die ihn vor einer künftigen Infektion mit dem entsprechenden Krankheitserreger schützen. Eine therapeutische Impfung ruft dagegen zytotoxische T-Zellen auf den Plan. Diese Immunzellen sind in der Lage, winzige Molekülstrukturen der Papillomviren, so genannte Epitope, auf der Oberfläche infizierter Zellen oder Krebszellen zu erkennen und die dadurch als verdächtig identifizierten Zellen abzutöten, heißt es in der Mitteilung des DKFZ.

Bei Mäusen konnten Riemer und ihre Kollegen bereits zeigen, dass ihr experimenteller therapeutischer Impfstoff gegen durch HPV bedingte Krebserkrankungen wirkt (OncoImmunology 2018; online 29. Oktober). „Bei der Hälfte der geimpften Mäuse verschwanden die Tumoren vollständig“, berichtet die DKFZ-Forscherin.

Schlüssel: Effiziente Immunantwort dank Epitope

Der Impfstoff enthält als wichtigsten Bestandteil die Epitope, die auch der durch HPV verursachte Tumor auf seiner Oberfläche trägt. Nach der Impfung werden diese Proteinstrukturen in die Lymphknoten transportiert. „Das ist besonders effizient, um eine Immunantwort auszulösen, denn dort sind alle Immunzellen vorhanden, die für eine Abwehrreaktion erforderlich sind“, so Riemer.

Entscheidend sind in diesem Fall die zytotoxischen T-Zellen. Kommen sie mit den Epitopen aus dem Impfstoff in Kontakt, ist dies für sie das Signal, den restlichen Körper nach Zellen abzusuchen, die diese Erkennungsmoleküle ebenfalls tragen. Stoßen sie dann auf Krebszellen, die diese HPV-Epitope auf der Oberfläche tragen, töten die zytotoxischen T-Zellen sie ab.

Um den therapeutischen Impfstoff gegen Zervixkrebs und andere HPV-bedingte Krebsarten künftig auch bei Menschen einsetzen zu können, gilt es noch einige Hürden zu überwinden. „Die Wirksamkeit der Impfung muss noch besser werden“, sagt Riemer. (eb/ikr)

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